116Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 20/2017

Inhalt

  • Leit­ar­ti­kel: Moti­vie­ren­des Beken­nen. Ein­füh­rungs­wor­te in die Mess­fei­er
  • Ein öku­me­ni­scher Schritt. Ein refor­mier­ter Abend­mahls­got­tes­dienst mit Eucha­ris­tie­ge­bet
  • Die Lit­ur­gie­re­form ist unum­kehr­bar. Eine bemer­kens­wer­te Anspra­che von Papst Fran­zis­kus
  • Seit über 70 Jah­ren im Dienst der Lit­ur­gie. Das Öster­rei­chi­sche Lit­ur­gi­sche Insti­tut
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für den Christ­kö­nigs­sonn­tag (A) bis Weih­nach­ten – Am Tag

 

Editorial 20/2017

 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

man glaubt es kaum, aber noch vor 25 Jah­ren muss­te die­se Zeit­schrift ver­mel­den: „Öster­reich: Kei­ne Mäd­chen mehr am Altar“. Anlass war das Ver­bot des St. Pöl­te­ner Bischofs Kurt Krenn, kei­ne Minis­tran­tin­nen mehr zuzu­las­sen, da der Altar­dienst „den Män­nern vor­be­hal­ten“ sei. Wie vie­le ande­re Bischö­fe der Welt­kir­che auch berief sich der Ober­hir­te aus Nie­der­ös­ter­reich auf das Kir­chen­recht sowie die kirch­li­che Tra­di­ti­on, die den Minis­tran­ten­dienst pri­mär als Nach­wuchs-Pool für Pries­ter­be­ru­fun­gen ver­stand.
Eine Klä­rung der Fra­ge, ob Mäd­chen und Frau­en am Altar die­nen dür­fen oder nicht, erfolg­te von päpst­li­cher Sei­te erst durch eine 1994 ver­öf­fent­lich­te „authen­ti­sche Inter­pre­ta­ti­on“ von can. 230 CIC/1983. Es wur­de klar­ge­stellt, dass sämt­li­che lit­ur­gi­schen Diens­te „in glei­cher Wei­se von Män­nern und Frau­en wahr­ge­nom­men wer­den kön­nen“. Die­se Auf­fas­sung hat sich glück­li­cher­wei­se fast über­all auf der Welt durch­ge­setzt. Befürch­tun­gen, dass die Mäd­chen die Jun­gen nach und nach vom Altar ver­drän­gen könn­ten, haben sich nicht bewahr­hei­tet. War­um auch? Bei­de Geschlech­ter pfle­gen heu­te in nahe­zu allen Lebens­be­rei­chen einen selbst­ver­ständ­li­chen Umgang mit­ein­an­der.
Minis­tran­tin­nen sind ein Gewinn für die Kir­che: Vie­le Frau­en, die sich heu­te mit gro­ßem per­sön­li­chem Ein­satz und mit Freu­de in der Kin­der- und Jugend­ar­beit (z. B. in der Kom­mu­ni­on- und Firm­vor­be­rei­tung) oder als Lek­to­rin enga­gie­ren, gehö­ren zur ers­ten Gene­ra­ti­on von Minis­tran­tin­nen. Dort schei­nen sie etwas Ent­schei­den­des gelernt zu haben: Dass die Kir­che von Men­schen lebt, die sich in ihr enga­gie­ren.

Ihr
Unterschrift Uder

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