112Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 22/2017

Inhalt
  • Leitartikel: Eine sympathische Stimme der Kirche. Die Bedeutung der Glocken im Dienst der Kirchen
  • Vorbereitung mit Weitblick. Gedanken zur Gottesdienstplanung für Weihnachten
  • „O … komm!“ Betrachtungen zu den O-Antiphonen – Teil 2
  • Fürbittenvorschläge für das Hochfest der Gottesmutter Maria / Neujahr und das Hochfest Erscheinung des Herrn
  • Glockentage. III. Internationales Glockensymposium in St. Florian und Linz

 

Editorial 22/2017

 

Liebe Leserinnen und Leser,

kaum war das Motu proprio Magnum principium erschienen (vgl. Gd 21/2017), gab es schon eine gewichtige Gegenstimme. Kein geringerer als Robert Kardinal Sarah, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, meldete sich Mitte Oktober in der französischen katholischen Zeitschrift „L’Homme Nouveau“ mit einem Kommentar zu dem päpstlichen Erlass zu Wort. Der Grundtenor: Es bleibt alles beim Alten! Die von Magnum principium eingeräumten Kompetenzen für die örtlichen Bischofskonferenzen seien ja eigentlich minimal, die wortgetreue Wiedergabe des lateinischen Textes bleibe bei volkssprachlichen Übersetzungen weiterhin oberste Richtschnur. Durch katholische Blogs und soziale Medien fand diese Interpretation des Präfekten rasche Verbreitung.
Dann die Überraschung: Papst Franziskus selbst schrieb einen klärenden Brief an den Kardinal mit „einigen Anmerkungen“ zur Sache, „einfach und, ich hoffe, klar“. Er bekräftigt u. a. die Aufgabe der Bischofskonferenzen, die Treue der Übersetzungen zum lateinischen Original zu beurteilen, „wenn auch im Dialog mit dem Heiligen Stuhl“. Einer „detaillierten Wort-für-Wort-Überprüfung“ erteilt der Papst eine eindeutige Absage. Die Bestätigung der Übersetzung werde vom Vatikan im „Geist des Dialogs und der Hilfe“ erteilt.
Zugegeben: Auch wenn es nach außen kein gutes Bild abgibt, wenn der Papst den Leiter einer kurialen Behörde öffentlich korrigiert, hat Franziskus ein starkes, zukunftsweisendes Zeichen gesetzt – für die Stärkung der Ortskirchen und für eine Liturgie, die der tätigen Teilnahme der Gläubigen größte Bedeutung beimisst.

Ihr
Unterschrift Uder

DEUTSCHES LITURGISCHES INSTITUT
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