140Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 7/2017

Inhalt

  • Leitartikel: Über den Zaun geschaut. Beobachtungen zur Karwoche im ambrosianischen Ritus – Teil 1
  • Bilder und Botschaften. Den Auszug aus Ägypten (Ex 14,15-15,1) vorlesen
  • Liturgie und Normativität. Die Jahrestagung der AKL-JUNIOR in Hamburg
  • Fürbittenvorschläge für den 5. und 6. Sonntag der Osterzeit (A)
  • 15. Internationaler liturgischer Kongress in Bose 2017

 

Editorial 7/2017

 

Liebe Leserinnen und Leser,

es war beim großen Osterfeuer, der traditionellen Begegnung vieler Einwohner unseres Stadtteils am Ostersonntagabend, als ich mit meiner evangelischen Pfarrerskollegin über die Osternacht ins Gespräch kam. Seit einigen Jahren wurde auch in unserer evangelischen Schwestergemeinde die Osternacht gefeiert. Beim Austausch über die Struktur der Feier und den Einsatz der Osterkerze erwähnte meine Kollegin, dass sie nie recht wüsste, woher sie das Licht zum Entzünden nehmen sollte; ein Osterfeuer gibt es bei ihnen nicht.
Als ich von unserer Liturgie erzählte, kamen wir auf die Idee, das Licht aus unserer Feier zur evangelischen Kirche zu bringen. Dort wird das Licht, das Vertreter des katholischen Gemeinderates in einem Windlicht hinübertragen, stets mit Freude empfangen. So wird es nun schon seit einigen Jahren praktiziert, und diese noch junge Tradition ist zu einem weiteren Zeichen der Verbundenheit zwischen unseren Gemeinden im Laufe des Jahres geworden.
Das „ökumenische Osterlicht“ ist für mich ein kleines Beispiel, wie die Gemeinschaft zwischen den Konfessionen auch im liturgischen Bereich weiter vertieft werden kann. Voraussetzung ist freilich, regelmäßig im Gespräch zu sein, in gegenseitiger Wertschätzung und im Respekt vor der Überzeugung der anderen kirchlichen Tradition. Sicher ist – auch im Wissen um noch bestehende theologische Unterschiede – schon viel mehr möglich als bisher geschieht. Ein ökumenischer Kreuzweg als Stationenweg durch den Ort oder ein Emmausgang am Ostermontag mit Agapefeier könnten weitere Beispiele für eine lebendige ökumenische Verbundenheit vor Ort sein.

Ihr
Marius Linnenborn

DEUTSCHES LITURGISCHES INSTITUT
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