24Zeitschrift praxis gottesdienst
Ausgabe 10/2017

Inhalt

  • The­men­schwer­punkt: Lit­ur­gie und Toten­ge­den­ken
  • Die Hoff­nung bleibt: Ein Über­blick über das christ­li­che Toten­ge­den­ken
  • Requi­em
  • Gebet für einen eben Ver­stor­be­nen
  • Von der Sehn­sucht zur Voll­endung: Eine Andacht zum Toten­ge­den­ken
  • Nun sich das Herz von allem lös­te:  Ein Liedim­puls zu GL 509
  • Ein­füh­run­gen zu den Schrift­le­sun­gen: Von Aller­see­len bis zum 1. Advents­sonn­tag (B)
  • Fusi­on von Theo­rie und Pra­xis: „pra­xis got­tes­dienst“ wird mit „Got­tes­dienst“ zusam­men­ge­führt
  • Glu­ten­freie Hos­ti­en?
  • Das Cre­do: Das Ordi­na­ri­um – Teil 3

 

 

Ich meine

 

Lie­be Lese­rin, lie­ber Leser,

man­che lit­ur­gi­schen Fach­be­grif­fe sind tückisch, da sie eine schein­ba­re Ein­deu­tig­keit vor­ge­ben, die der Rea­li­tät nicht (mehr) ent­spricht. Ein anschau­li­ches Bei­spiel hier­für ist die zunächst ein­mal leicht nach­voll­zieh­ba­re und daher gebräuch­li­che Unter­schei­dung zwi­schen „Ordi­na­ri­um“ und „Pro­pri­um“. Tra­di­tio­nell ord­net man lit­ur­gi­sche Gesän­ge einer die­ser bei­den Grup­pen zu. Text­lich stets gleich­blei­ben­de und wie­der­keh­ren­de Tei­le der Mess­fei­er (Kyrie, Glo­ria, Cre­do, Sanc­tus-Bene­dic­tus) steckt man dann in die Schub­la­de „Ordi­na­ri­um“ (lat. das Regel­mä­ßi­ge, Wie­der­keh­ren­de). Tei­le der Mes­se, die sich je nach Anlass und Kir­chen­jah­res­zeit ver­än­dern, gehö­ren dem­entspre­chend zum „Pro­pri­um“ (lat. das Eige­ne).
Die­se für die Nicht­fach­frau und den Nicht­fach­mann leicht nach­voll­zieh­ba­re Unter­schei­dung ver­folgt auch die klei­ne Bei­trags­se­rie, die die letz­te Sei­te die­ser Zeit­schrift berei­chert. Bei genaue­rer Betrach­tung trifft die­se star­re Grenz­zie­hung zwi­schen „Ordi­na­ri­um“ und „Pro­pri­um“ seit der Lit­ur­gie­re­form nicht mehr genau zu: Auch für so genann­te Ordi­na­ri­ums­ge­sän­ge gibt es viel­fäl­ti­ge Aus­wahl­mög­lich­kei­ten. Das Kyrie kann bei­spiels­wei­se mit ver­schie­de­nen text­lich und melo­disch erwei­ter­ten Ein­fü­gun­gen, den Tro­pen (Sin­gu­lar: Tro­pus), aus­ge­stat­tet wer­den.
Bes­ser wäre es daher, von „Gesän­gen mit Ordi­na­ri­ums­cha­rak­ter“ (z. B. Kyrie-Rufe) und „Gesän­gen mit Pro­pri­ums­cha­rak­ter“ (z. B. Lied zur Eröff­nung) zu spre­chen, meint

Ihr
Unterschrift Uder

DEUTSCHES LITURGISCHES INSTITUT
Weberbach 72 a, D-54290 Trier, Telefon: +49-651-94808-0
Fax: +49-651-94808-33, eMail: dli@liturgie.de