„Gewalt allein schafft keinen Frieden“

Europaweite Gebetskette für den Frieden

„Der ers­te Schritt zu einem gerech­ten Frie­den ist die scho­nungs­lo­se Selbst­re­fle­xi­on (…) Gera­de dies soll­ten wir heu­te beden­ken, wenn wir in beson­de­rer Wei­se für einen unbe­waff­ne­ten und ent­waff­nen­den Frie­den beten. In der Ukrai­ne, im Hei­li­gen Land, in Syri­en und in den vie­len Kri­sen­ge­bie­ten die­ser Welt begeg­nen wir einer Wirk­lich­keit, die von Krieg, Ter­ror, Ver­trei­bung, Hun­ger, reli­giö­ser Ver­ein­nah­mung und poli­ti­schen Macht­spie­len geprägt ist. Gewalt ist wie­der eine selbst­ver­ständ­li­che Spra­che der Poli­tik und erscheint uns lei­der oft auch als ange­mes­se­ne Reak­ti­on auf die­se Ent­wick­lun­gen.“ Mit die­sen Wor­ten für einen erneu­er­ten Ein­satz für den Frie­den hat heu­te (2. März 2026) in Augs­burg Bischof Dr. Bert­ram Mei­er, Vor­sit­zen­der der Kom­mis­si­on Welt­kir­che der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz, einen Got­tes­dienst gefei­ert. Er fand im Rah­men der „Eucha­ris­ti­schen Ket­te“ statt, einer Initia­ti­ve des Rates der Euro­päi­schen Bischofs­kon­fe­ren­zen (CCEE), die die Fas­ten­zeit als Gebets­zeit für den Frie­den in den Blick nimmt und schon seit eini­gen Jah­ren besteht. Ges­tern fand das Gebet in Frank­reich statt, mor­gen wird es die Kir­che in Grie­chen­land sein.

(Pres­se­mel­dung, DBK 2026-03-02)

 

Ange­sichts der jüngs­ten Eska­la­ti­on im Nahen Osten äußert sich der Vor­sit­zen­de der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz, Bischof Dr. Hei­ner Wil­mer SCJ, mit einem ein­dring­li­chen Appell zum Gebet und zur Besonnenheit:

„Die neu­er­li­chen Kampf­hand­lun­gen zwi­schen Isra­el, den USA und Iran erfül­len mich mit tie­fer Sor­ge. Isra­els Sicher­heit ist für mich von her­aus­ra­gen­der Bedeu­tung. Und jeder, der Frei­heit liebt, sehnt sich nach dem Moment, an dem die ira­ni­sche Bevöl­ke­rung das Joch einer bru­ta­len Herr­schaft abschüt­teln kann. Aber wer­den die mili­tä­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen, die am Sams­tag­mor­gen begon­nen haben, dem Mitt­le­ren Osten mehr Frie­den und Frei­heit brin­gen? Ich bete in die­ser Stun­de für die Men­schen im Iran und Isra­el, die ein­mal mehr Opfer der Gewalt wer­den. Und ich bete für die Regi­on, dass sie sich end­lich zu einer Stät­te ech­ten Frie­dens statt immer wie­der­keh­ren­den Blut­ver­gie­ßens wan­deln möge. Juden, Mus­li­me und Chris­ten sind an den Kämp­fen die­ser Tage betei­ligt und von ihnen betrof­fen. Ich lade die Gläu­bi­gen der abra­ha­mi­ti­schen Reli­gio­nen ein, sich dem Gebet anzu­schlie­ßen.“ (DBK 2026-02-28)

 

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Selig, die Frie­den stif­ten;
denn sie wer­den Kin­der Got­tes genannt werden. 
Selig, die ver­folgt wer­den um der Gerech­tig­keit willen;
denn ihnen gehört das Him­mel­reich. (Mt 5,9 f.)

 

 

Immer wie­der für den Frie­den beten: Friedensrosenkranz

Fünf Frie­dens-Sät­ze wer­den hier vor­ge­schla­gen - mit dem bibli­schen Kon­text, der vor jedem Gesätz gele­sen wer­den kann.
Das acht­sei­ti­ge Gebets­blatt ist eine Hil­fe zum Rosen­kranz­ge­bet - auch für Unge­üb­te - mit Anga­be der Rol­len­ver­tei­lung zum gemein­sa­men Beten.
Zum indi­vi­du­el­len Beten oder mit ver­teil­ten Rol­len in Gemeinschaft.
Falt­blatt: Bestell-Nr. 4029

 

 

 

Herr, all­mäch­ti­ger Gott,
der du die Welt trägst,
gib, dass alle,
die Ver­ant­wor­tung haben,
erfüllt wer­den mit Weis­heit und Kraft,
damit sie ihre Aufgabe
voll­brin­gen zum Leben
und nicht zum Ver­der­ben der Welt.

Dir emp­feh­len wir die Menschen
in Rechtlosigkeit
und unter Unrechts­re­gi­men an:
die Gequälten
und zu Unrecht Verhafteten,
die Gefolterten,
die Heimatlosen
auf der Flucht und in Lagern
und die Hungernden.

In einer Welt der Angst
hilf uns, die Hof­fen­den zu bleiben
durch Jesus Chris­tus, unsern Herrn.

Aus Nica­ra­gua (GL 20.2)

 

 

Möge es vor dir wohl­ge­fäl­lig sein,
Ewi­ger, unser Gott und Gott unse­rer Vorfahren,

dass du die Welt von Krieg und Blut­ver­gie­ßen befreist
und statt­des­sen einen gro­ßen und wun­der­ba­ren Frieden
in der Welt verbreitest,

dass kei­ne Nati­on mehr das Schwert gegen eine andere
Nati­on erhebt und kei­ne Nati­on mehr den Krieg lernt.
Mögen alle Bewoh­ner der Erde nur die vol­le Wahr­heit anerkennen
und um sie wissen,

dass wir in die­se Welt nicht um des Haders und der Zwietracht
wil­len gekom­men sind – wovor Gott bewahre –
und nicht um des Has­ses, der Eifer­sucht, der Aufreizung
und des Blut­ver­gie­ßens wil­len, was Gott verbiete.

Viel­mehr sind wir in die Welt gekommen,
um dich anzuerkennen
und dich zu kennen.

Mögest du geprie­sen sein für immer.

 

Jüdi­sches Frie­dens­ge­bet (GL 20.5)

 

 

 

Herr, unse­re Erde ist nur ein klei­nes Gestirn im gro­ßen Weltall.
An uns liegt es, dar­aus einen Pla­ne­ten zu machen,
des­sen Geschöp­fe nicht von Krie­gen gepei­nigt werden,
nicht von Hun­ger und Furcht gequält,
nicht zer­ris­sen in sinn­lo­se Tren­nung nach Ras­se, Haut­far­be oder Weltanschauung.
Gib uns den Mut und die Vor­aus­sicht, schon heu­te mit die­sem Werk zu beginnen,
damit unse­re Kin­der und Kin­des­kin­der einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

(GL 20.1 Gebet der Ver­ein­ten Nationen)

 

Gott, unser Vater.
Bedrückt vom Elend unse­rer Zeit,
kom­men wir zu dir.
Sieh auf die Not und Hilf­lo­sig­keit so vie­ler Menschen.
Lass sie an ihrem Schick­sal nicht zerbrechen.
Stär­ke unter uns
das Bewusst­sein der Ver­ant­wor­tung füreinander,
damit wir anfangen,
brü­der­lich zu tei­len und ein­an­der beizustehn.
Dar­um bit­ten wir durch Jesus Chris­tus. 

(Mess­buch, S. 310, Nr. 16. Rech­te: staeko.net)

 

Güti­ger Gott,
dein Sohn hat jene selig gepriesen
und dei­ne Kin­der genannt,
die für den Frie­den wirken.
Gib uns die Bereit­schaft, immer und überall
für die Gerech­tig­keit einzutreten,
die allein den wah­ren Frie­den sichert.
Dar­um bit­ten wir durch Jesus Christus.

(Mess­buch, S. 1082, Um Frie­den und Gerech­tig­keit A, Tages­ge­bet 1. Rech­te: staeko.net) 

 

Barm­her­zi­ger und star­ker Gott,
in dei­ner Macht liegt es, Krie­ge abzuwenden
und den Über­mut der Mäch­ti­gen zu brechen.
Nimm die Not und das Leid des Krie­ges von uns
und lass uns erfah­ren, dass wir in Wahr­heit dei­ne Kin­der sind.
Dar­um bit­ten wir durch Jesus Christus.

(Mess­buch, S. 1086, Bei Krieg und Bür­ger­krieg, Tages­ge­bet 1. Rech­te: staeko.net)

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