Neue Zahlen: rund 300.000 Ministrantinnen und Ministranten bundesweit

Jun­ge Men­schen enga­gie­ren sich bun­des­weit im Gottesdienst

Rund 300.000 Kin­der, Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne enga­gie­ren sich in Deutsch­land als Minis­tran­tin­nen und Minis­tran­ten. Das zeigt eine aktu­el­le Aus­wer­tung der deut­schen Bis­tü­mer, die heu­te (18. Juni 2026) beim Forum Minis­tran­ten­pas­to­ral in Wies­ba­den vor­ge­stellt wur­de. Der Anteil weib­li­cher Minis­tran­tin­nen liegt bun­des­weit bei rund 54 Prozent.

„Die Minis­tran­tin­nen und Minis­tran­ten gehö­ren zu einer der stärks­ten und sicht­bars­ten For­men kirch­li­cher Jugend­ar­beit in Deutsch­land“, erklärt Weih­bi­schof Johan­nes Wüb­be (Osna­brück), Vor­sit­zen­der der Jugend­kom­mis­si­on der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz. „Wer minis­triert, weiß nicht nur um Abläu­fe von Got­tes­diens­ten. Jun­ge Men­schen gestal­ten ihr reli­giö­ses Leben aktiv und machen dabei ganz eige­ne Glau­bens­er­fah­run­gen. Das ist Jugend­pas­to­ral im bes­ten Sinn: nah an den jun­gen Men­schen und ver­bun­den mit dem Leben der Kir­che vor Ort.“ Die Zah­len wur­den beim Forum Minis­tran­ten­pas­to­ral vor­ge­stellt, das vom 16. bis 18. Juni 2026 von der Arbeits­stel­le für Jugend­seel­sor­ge der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz (afj) ver­an­stal­tet wur­de. Rund 60 Fach­leu­te aus den deut­schen Bis­tü­mern sowie Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter aus Wis­sen­schaft, Aus­bil­dung und pas­to­ra­ler Pra­xis berie­ten über die Zukunft der Ministrantenpastoral.

Die Aus­wer­tung zeigt, dass der Minis­tran­ten­dienst trotz rück­läu­fi­ger katho­li­scher Jugend­jahr­gän­ge einer der größ­ten Orte kirch­li­cher Jugend­pas­to­ral bleibt. Bei­spiels­wei­se weist das Bis­tum Rot­ten­burg-Stutt­gart mit 21.290 Minis­tran­tin­nen und Minis­tran­ten die höchs­te abso­lu­te Zahl aus. Das Erz­bis­tum Pader­born erreicht mit 55 Pro­zent den höchs­ten Anteil weib­li­cher Minis­tran­tin­nen. Im Bis­tum Dres­den-Mei­ßen enga­gie­ren sich 3.400 Minis­tran­tin­nen und Minis­tran­ten. Bezo­gen auf die Katho­li­ken­zah­len des Bis­tums ent­spricht dies rund 2,7 Pro­zent. Gera­de in einem Dia­spo­ra-Bis­tum macht die­se Zahl deut­lich, wel­che Bedeu­tung der Minis­tran­ten­dienst für die Sicht­bar­keit jun­gen kirch­li­chen Lebens hat.

Aktu­el­le Ergeb­nis­se der 6. Kir­chen­mit­glied­schafts­un­ter­su­chung (KMU) wei­sen gleich­zei­tig dar­auf hin, dass Minis­tran­ten­er­fah­run­gen inner­halb katho­li­scher Glau­bens­bio­gra­fien jun­ger Men­schen an Bedeu­tung gewin­nen. Unter den 14- bis 21-jäh­ri­gen west­deut­schen Katho­li­kin­nen und Katho­li­ken mit Erst­kom­mu­ni­on- oder Fir­mungs­er­fah­rung geben 47 Pro­zent an, selbst Minis­tran­tin oder Minis­trant gewe­sen zu sein. In den älte­ren Genera­tio­nen ist die­ser Anteil deut­lich nied­ri­ger. Bischof Dr. Klaus Krä­mer (Rot­ten­burg-Stutt­gart), Prä­si­dent des inter­na­tio­na­len Minis­tran­ten­bun­des CIM, betont die Bedeu­tung die­ses Enga­ge­ments: „Minis­tran­tin­nen und Minis­tran­ten zei­gen, dass jun­ge Men­schen nicht nur Gäs­te in der Kir­che sind. Sie gestal­ten Lit­ur­gie mit und über­neh­men Ver­ant­wor­tung. Der Dienst am Altar ver­bin­det jun­ge Men­schen über Gren­zen, Spra­chen und Kul­tu­ren hinweg.“

Ein Schwer­punkt des Forums Minis­tran­ten­pas­to­ral war die Fra­ge, wie jun­ge Men­schen in einer sich wan­deln­den kirch­li­chen Wirk­lich­keit erreicht wer­den kön­nen. Dabei wur­de auch die wach­sen­de Bedeu­tung mehr­spra­chi­ger und inter­na­tio­nal gepräg­ter Minis­tran­ten­grup­pen deut­lich. Zudem berie­ten die Teil­neh­men­den über die Unter­stüt­zung ehren­amt­li­cher Grup­pen­lei­te­rin­nen und Grup­pen­lei­ter sowie über zeit­ge­mä­ße For­men lit­ur­gi­scher Bil­dung. Die Ergeb­nis­se der Minis­tran­ten­zäh­lung sol­len wei­ter aus­ge­wer­tet und die Ver­net­zung der Bis­tü­mer soll gestärkt wer­den. Auch die Betei­li­gung von Minis­tran­tin­nen und Minis­tran­ten an zukünf­ti­gen Ent­wick­lungs­pro­zes­sen soll wei­ter aus­ge­baut werden.

(Pres­se­mit­tei­lung der Deut­schen Bischofskonferenz)

 

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