
Verleihung des Balthasar-Fischer-Preises 2026 an Dominik Abel und Martin Berger
Der Balthasar-Fischer-Preis des Deutschen Liturgischen Instituts in Trier (DLI) wurde in diesem Jahr zum elften Mal verliehen. Der Preis zur Förderung der liturgiewissenschaftlichen Forschung weiß sich dem Lebenswerk Prof. Dr. Balthasar Fischers (1912–2001) verpflichtet, des langjährigen Ordinarius für Liturgiewissenschaft an der Theologischen Fakultät Trier.
Die Preisverleihung an Dominik Abel und Martin Berger, fand im Rahmen der diesjährigen Tagung der Arbeitsgemeinschaft katholischer Liturgiewissenschaftlerinnen und Liturgiewissenschaftler (AKL) am 3. September 2026 in Frankfurt a. M. statt.
Dr. Marius Linnenborn, Dr. Martin Berger, Dr. Dominik Abel, Prof. Dr. Martin Klöckener
Die Jury hatte sich in diesem Jahr zu einer Teilung des Preises auf zwei herausragende Arbeiten entschieden. In seiner Laudatio betonte Prof. Dr. Martin Klöckener, Fribourg, die Jury wolle damit „die unterschiedlichen Themen und Zugänge auszeichnen, die die Verfasser der beiden Studien gewählt haben und die beide der Liturgiewissenschaft ein prägnantes Gesicht geben. Zum Profil des Balthasar-Fischer-Preises passen beide Arbeiten je auf ihre Weise.“
Dominik Abel erhielt die Auszeichnung für seine Studie „Jenseits des Kirchturmdenkens. Liturgie und Kirchenentwicklung zwischen Tradition, Inkulturation und Gegenwart“. Die Dissertation wurde von Prof. Dr. Benedikt Kranemann betreut und an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt angenommen.
In seiner Arbeit setzt sich Dr. Abel theoretisch und empirisch mit dem Thema der Liturgie vor Ort auseinander, die sich derzeit in einem tiefgreifenden Wandel befindet. Er sieht, wie Martin Klöckener in seiner Würdigung hervorhob, „das Ende des ‚Kirchturmdenkens‘ gekommen, plädiert aber für eine Liturgie vor Ort‚ die in die Lebenswelt der Menschen integriert ist. Mit dieser innovativen Studie erweist sich Dominik Abel als souverän im interdisziplinären Arbeiten mit Ansätzen aus der Sozialforschung und Pastoraltheologie, aber ebenso aus der Philosophie und systematischen Theologie. Sein Ziel bleibt eine in jeder Hinsicht inkulturierte Liturgie, mit deren Hilfe eine Kirche im Umbruch Wege in die Zukunft gehen kann. Dafür ist die Studie von höchstem Wert.“
Dominik Abel, geboren 1991, studierte an der Universität Erfurt zunächst Staatswissenschaften (B.A.) und anschließend Theologie (Mag. Theol.). Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Lehrstühlen für Kirchenrecht und für Liturgiewissenschaft an der Universität Tübingen und ist derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Pastoraltheologie und Liturgiewissenschaft an der Unversität Freiburg.
Martin Berger wurde ausgezeichnet für seine Dissertation „Der Ritus chori maioris ecclesiae Ratisponensis 1571“, die an der Universität Regensburg unter der Betreuung von Prof. Dr. Harald Buchinger entstanden ist.
Die Dissertation bietet eine vollständige Edition und einen ausführlichen Kommentar des Liber ordinarius aus dem Jahr 1571. Neben der Transkription der Quelle beleuchtet Dr. Berger in seiner Analyse die Entwicklung der Kathedralliturgie vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit. Besonders hervorgehoben werden die Einflüsse gesellschaftlicher, politischer und kultureller Umwälzungen in diesem Zeitalter der Reform.
Der untersuchte Liber ordnarius verdient, so Prof. Klöckener in seiner Laudatio, „nicht zuletzt deshalb besonderes Interesse, weil es sich um das letzte umfassendere Dokument der Regensburger Diözesanliturgie handelt, ehe man dort wenige Jahrzehnte später die römische Liturgie übernahm.“
Der Laudator würdigte abschließend die in zwei Bänden vorgelegte Arbeit: „Sowohl die Edition als auch die daran anknüpfende, aber weitere Quellen einbeziehende Studie werden auf Zukunft hin große Bedeutung für die Liturgiegeschichte Regensburgs und Altbayerns, darüber hinaus für die Kenntnis lokaler Liturgiegeschichte allgemein in Spätmittelalter und Früher Neuzeit haben.“ Zudem, so Klöckener, würde die Liber-ordinarius-Forschung „um einen überaus wertvollen Zeugen bereichert“.
Martin Berger, geboren 1996, studierte an der Universität Regensburg Theologie (Mag. Theol.) und Kulturgeschichtliche Mittelalterstudien (M.A.). Er war seit März 2025 Universitätsassistent (post doc) am Fachbereich für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie der Universität Wien. Die Universität Luzern hat Dr. Martin Berger zum 1. September 2026 als Assistenzprofessor für Liturgiewissenschaft an der Theologischen Fakultät berufen.
Der Balthasar-Fischer-Preis, der seit 2004 verliehen wird, ist mit 3.000 Euro dotiert. Der Jury lagen für das Auswahlverfahren zwölf wissenschaftliche Arbeiten aus drei Ländern vor. Mitglieder der Jury waren: Prof. Dr. Stefan Böntert, Bochum; Prof. Dr. Albert Gerhards, Bonn; Prof. Dr. Martin Klöckener, Fribourg; PD Dr. Nicole Stockhoff, Münster, und Dr. Marius Linnenborn, Deutsches Liturgisches Institut, Trier.
Porträtfotos der Preisträger:
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