246Liturgisches Jahrbuch 4/2024

Inhalt der Ausgabe 4/2024

 

Zu die­sem Heft

Alex­an­der Zer­faß (Ein­lei­tung und Redaktion)
Mit neu­em Schwung: Arbeit an den lit­ur­gi­schen Büchern. Die deutsch­spra­chi­ge Lit­ur­gie­wis­sen­schaft im Stu­di­en­jahr 2023/24

Domi­nik Abel
›Lit­ur­gie des Vol­kes Got­tes‹. Prak­tisch-theo­lo­gi­sche Inspi­ra­tio­nen aus Süd­afri­ka und Asien

Josip Gre­gur
Lit­ur­gie­fei­er im Kraft­feld von Prä­senz- und Bedeutungsgestalt

Ste­fan Kopp und Jonas Miserre
Im Dienst an der lit­ur­gi­schen Bil­dung. Bio­gra­phie und Biblio­gra­phie von Dr. Elmar Nübold

Büche­r­ein­lauf

 


 

Editorial 4/2024: ZU DIESEM HEFT

 

Die beweg­ten, kri­sen­ge­schüt­tel­ten Zei­ten, in denen wir leben, stel­len gewal­ti­ge Her­aus­for­de­run­gen an Poli­tik, Wirt­schaft und Gesell­schaft. Auch die Kir­chen kön­nen davor nicht die Augen ver­schlie­ßen und müs­sen sich in viel­fa­cher Hin­sicht neu auf­stel­len. Die schon seit vie­len Jah­ren lau­fen­den Dis­kus­sio­nen um die Neu­ord­nung der Seel­sor­ge, um per­so­nel­le und finan­zi­el­le Res­sour­cen, um Prio­ri­tä­ten in Pas­to­ral, Cari­tas und Bil­dung sind nur ein Bei­spiel für die andau­ern­den, oft auch zer­mür­ben­den Debat­ten um eine zukunfts­fä­hi­ge Kir­che, die ange­sichts der glo­ba­len Kri­sen und Kon­flikt­si­tua­tio­nen noch ein­mal ganz neue Fra­gen aufwerfen.

Von all dem ist die Fei­er des Got­tes­diens­tes und sei­ne theo­lo­gisch-wis­sen­schaft­li­che Refle­xi­on ver­ständ­li­cher­wei­se gleich­falls betrof­fen. Die Ori­en­tie­rung an den diver­sen Glau­bens­si­tua­tio­nen von Men­schen, die For­de­rung nach Par­ti­zi­pa­ti­on und Mit­ent­schei­dung, die Suche nach ange­mes­se­nen For­men got­tes­dienst­li­cher Fei­ern haben längst zu einer brei­ten Viel­falt an Lit­ur­gien geführt. Plu­ri­for­mi­tät bezieht sich aber nicht nur auf die Fei­ern, son­dern auch auf theo­lo­gi­sche Zugän­ge und Vor­stel­lun­gen. Die­se Brei­te wird beson­ders sicht­bar im Bericht der Arbeits­ge­mein­schaft katho­li­scher Lit­ur­gie­wis­sen­schaft­le­rin­nen und Lit­ur­gie­wis­sen­schaft­ler im deut­schen Sprach­ge­biet (AKL), der über die Arbeit an den lit­ur­gie­wis­sen­schaft­li­chen Lehr­stüh­len und Insti­tu­ten im letz­ten Stu­di­en­jahr 2023/24 infor­miert. Er zeigt, wie Lit­ur­gie­wis­sen­schaft heu­te in einer gro­ßen Band­brei­te an Pro­jek­ten, Tagun­gen und Publi­ka­tio­nen betrie­ben wird und wie sie in Theo­lo­gie, Kir­che und Gesell­schaft zu wir­ken versucht.

Alex­an­der Zer­faß (Salz­burg), der als Spre­cher der AKL in den Bericht ein­führt, blickt auf die neu­en Initia­ti­ven zur Reform lit­ur­gi­scher Bücher. Die Revi­si­on des deut­schen Mess­buchs konn­te – nach den aus ver­schie­de­nen Grün­den wenig erfolg­rei­chen Anläu­fen seit den 1990er Jah­ren – auf eine neue Grund­la­ge gestellt wer­den und dürf­te in den kom­men­den Jah­ren viel ehren­amt­li­che Arbeits­kraft von Frau­en und Män­ner in Wis­sen­schaft und Pra­xis bean­spru­chen. Dies gilt glei­cher­ma­ßen für die Erneue­rung des Bene­dik­tio­na­les. Damit wur­de die Revi­si­on eines Lit­ur­gie­bu­ches begon­nen, das ange­sichts der pas­to­ra­len Bedeu­tung von Seg­nun­gen kei­nes­wegs einen unbe­deu­ten­den Fasz­i­kel des Ritua­les darstellt.

Mit sei­nem Bei­trag blickt Domi­nik Abel (Tübingen/Erfurt) über die deut­sche Kir­che hin­aus. Er fragt, ob nicht Prak­ti­ken und theo­lo­gi­sche Kon­zep­te außer­eu­ro­päi­scher Orts­kir­chen Impul­se für die Kir­che hier­zu­lan­de bie­ten könn­ten. Denn den Her­aus­for­de­run­gen durch groß­flä­chi­ge Seel­sor­ge­ein­hei­ten und weni­ge Pries­ter muss­ten Kir­chen außer­halb Euro­pas seit lan­gem anneh­men und gestal­ten. Dazu stellt er die pas­to­ra­len Ansät­ze des süd­afri­ka­ni­schen Lum­ko-Insti­tuts und des »Asi­an Pas­to­ral Inte­gra­ted Approach« vor, die für Seel­sor­ge und Got­tes­dienst neue par­ti­zi­pa­ti­ve Pro­zes­se ent­wi­ckelt und theo­lo­gisch beglei­tet haben. Wel­che Inspi­ra­tio­nen sich dar­aus für die deut¬schen Bis­tü­mer erge­ben könn­ten, stellt Abel zur Diskussion.

Mit sei­nen Erwä­gun­gen zur Lit­ur­gie­fei­er im Kraft­feld von Prä­senz- und Bedeu­tungs­ge­stalt möch­te Josip Gre­gur (Augs­burg) eine Art »Stand­ort­be­stim­mung« in den Kon­tro­ver­sen um den Got­tes­dienst und sei­ne Fei­er­pra­xis bie­ten. Es han­delt sich um die Druck­fas­sung einer Vor­le­sung, die er zum Abschied als Inha­ber des Lehr­stuhls für Lit­ur­gie­wis­sen­schaft an der Kath.-Theologischen Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Augs­burg am 29. Juni 2022 gehal­ten hat. In einem Rück­blick auf sei­ne akti­ve aka­de­mi­sche Tätig­keit fasst er noch ein­mal Kern­punk­te sei­nes lit­ur­gie­theo­lo­gi­schen Den­kens zusammen.

Abschlie­ßend wür­di­gen Ste­fan Kopp (Mün­chen) und Jonas Miser­re (Mün­chen) das pas­to­ral­lit­ur­gi­sche Wir­ken von Elmar Nübold. Der Pader­bor­ner Diö­ze­san­pries­ter lei­te­te von 1995 bis 1998 das Deut­sche Lit­ur­gi­sche Insti­tut in Trier und hat in die­ser Zeit man­che Anstö­ße zur Erneue­rung des Got­tes­diens­tes gege­ben. Kopp und Miser­re bie­ten eine bio­gra­phi­sche Ein­ord­nung und eine Über­sicht über das Schrift­tum Nübolds.

DEUTSCHES LITURGISCHES INSTITUT
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