
Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 1/2026
Inhalt
- Leitartikel: Qualitätvoll. Hintergründe zur Entstehung und den Neuerungen des revidierten Lektionars
- Eine tiefere Bedeutung. Was ein Papstgrab, eine Krone und die Sternsinger miteinander zu tun haben
- Mein geliebter Sohn! Bausteine für einen Gottesdienst mit Ikonenbetrachtung zum Fest der Taufe des Herrn
- Fürbittenvorschläge für den 5. und 6. Sonntag im Jahreskreis (A)
- Einführungen zu den Schriftlesungen: 3. Sonntag im Jahreskreis (A) bis Aschermittwoch
- „Biblisch, nüchtern und einfach, schön und herzlich“. Die Übersetzungsarbeit am ersten deutschen Messbuch 1975
- Direktorium 2.0
Editorial 1/2026
Liebe Leserinnen und Leser,
mit dem Erscheinen des letzten Bandes liegt das neue Lektionar nun vollständig vor – ein Meilenstein, der leicht übersehen werden könnte in einer Zeit, in der die Technik viele Bereiche unseres Alltags erobert hat.
Manch einer mag sich fragen, ob es heute überhaupt noch gedruckte Bücher braucht, wo doch Tablets und andere Geräte praktischer seien. Doch gerade hier zeigt sich ein Grundzug der Liturgie: Sie lebt nicht nur vom Text allein, sondern auch von den Dingen, in denen dieser Text begegnet. Die Pastorale Einführung in das Lektionar erinnert daran, dass auch die Bücher selbst die Gegenwart Gottes bewusst machen – und deshalb würdig, schön und mit Ehrfurcht ausgestattet sein sollen (vgl. Nr. 35).
Ein Gerät, auf dem ich im Alltag E-Mails lese, Onlineshopping betreibe oder Überweisungen tätige, mag praktisch sein; doch es vermittelt diese symbolische Tiefe nicht. Es lässt sich kaum vorstellen, dass ein Bildschirm in der Prozession erhoben, mit Weihrauch geehrt oder nach der Evangeliumsverkündigung geküsst wird. Zugleich wissen wir, wie sehr moderne Technik in der Vorbereitung von Gottesdiensten hilft und vieles erleichtert. Aber die Feier selbst nimmt uns heraus aus der Logik des Alltags.
Das Lektionar lädt dazu ein, das Wort Gottes immer wieder neu als das zu entdecken, was es ist: ein lebendiger Schatz, der nicht nur gehört, sondern auch in seiner physischen Gestalt gesehen und geehrt werden will.
Ihr



