
Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 11/2026
Inhalt
- Leitartikel: „Komm und lobe den Herrn, meine Seele singt“. Warum Praise & Worship auch in der katholischen Liturgie großes Potenzial besitzt
- Eine Frage des Respekts. Plädoyer für eine Liturgie ohne Zeitdruck
- Segnung Jugendlicher vor besonderen Lebensabschnitten. Ein Modell für eine Segnung junger Leute – zur Erprobung für ein neues deutschsprachiges Benediktionale
- Fürbittenvorschläge für den 15. und 16. Sonntag im Jahreskreis (A)
- Einführungen zu den Schriftlesungen: 12. bis 17. Sonntag im Jahreskreis (A)
- Liturgische Kommunikation durch den Körper. Gedanken und Anregungen zum Knien und Stehen in der Liturgie und bei der Kommunionspendung
- Segnungen für Liebende zwischen Akzeptanz und Vorbehalt
Editorial 11/2026
Liebe Leserinnen und Leser,
kürzlich stieß ich wieder einmal auf die Bezeichnungen „Laienhostien“ für die kleinen und „Priesterhostien“ für größere Hostien. Diese Bezeichnungen markieren eine Differenz zwischen Priestern und Laien an gerade jener Stelle, wo es um das eine Brot, den einen Leib Jesu Christi geht, der die Einheit der Kirche zum Ausdruck bringt.
Die Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch sagt es so: „Das eucharistische Brot (soll) so beschaffen sein, dass der Priester bei einer Gemeindemesse das Brot wirklich in mehrere Teile brechen kann, die er wenigstens einigen Gläubigen reicht. (…) Das Brotbrechen, das in apostolischer Zeit der Eucharistiefeier ihren Namen gab, bringt die Einheit aller in dem einen Brot wirksam und deutlich zum Ausdruck. Ebenso ist es ein Zeichen brüderlicher Liebe, da dieses eine Brot unter Brüdern geteilt wird“ (AEM 283). Dazu braucht es eine größere Hostie, die damit gerade nicht zur „Priesterhostie“ mutiert, sondern vielmehr Zeichen der Liebe untereinander ist.
Wenn Hostien verwendet werden, wären die großen sogenannten „Konzelebrationshostien“ für alle, die mitfeiern, noch besser. Doch kleine Hostien sind keineswegs ausgeschlossen. Und selbst priesterliche Konzelebranten können die sogenannten „Laienhostien“ empfangen.
Wenn es hier also gar nicht um den Unterschied zwischen Priester und Laien geht, vergessen wir am besten die missverständlichen Bezeichnungen.
Ihre
Gunda Brüske


