160Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 12/2019

Inhalt
  • Leit­ar­ti­kel: Heil­sa­me Berüh­rung. Plä­doy­er für die Hand­auf­le­gung in der Lit­ur­gie
  • Fei­er- und Werk­buch. Ein neu­es Ritua­le für die Fei­er für Fron­leich­nam in Öster­reich
  • Han­deln, weil Gott uns sen­det. Wort­got­tes­dienst zu Beginn des Arbeits­jah­res des Pfarr­ge­mein­de­ra­tes oder bei einer Mit­ar­bei­ter­ver­samm­lung
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für den 15. bis 18. Sonn­tag im Jah­res­kreis (C)
  • Lebens­voll­zug oder Kunst­fer­tig­keit? Zur Ent­wick­lung neu­er Sing­wei­sen für den Psal­men­ge­sang

 

Editorial 12/2019

 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

in wel­chem Kon­text haben Sie zuletzt die Pra­xis der Hand­auf­le­gung erfah­ren? Die meis­ten Leu­te wer­den dabei wohl kaum an eine lit­ur­gi­sche Fei­er den­ken. Wahr­schein­li­cher ist, dass ihnen die­se Ges­te im the­ra­peu­ti­schen Bereich zugu­te gekom­men ist: Vie­le Men­schen, die auf alter­na­ti­ve Heil­me­tho­den (z. B. Shi­atsu) ver­trau­en, bestä­ti­gen und schät­zen die hei­len­de Kraft des Hän­de­auf­le­gens. Aber auch aus dem Bezie­hungs­all­tag wis­sen wir, dass lie­be­vol­le Berüh­run­gen das Wohl­be­fin­den stär­ken und Trost spen­den.
Im Gegen­satz dazu wird das Hand­auf­le­gen im lit­ur­gi­schen Bereich eher zurück­hal­tend prak­ti­ziert. Das erstaunt zunächst ein­mal, denn es han­delt sich dabei um eine jahr­hun­der­te­al­te christ­li­che Pra­xis, die auf Jesus selbst zurück­ge­führt wer­den kann. Die Grün­de für das distan­zier­te Ver­hält­nis zur Hand­auf­le­gung sind man­nig­fal­tig. Beson­ders die Angst, womög­lich kör­per­lich über­grif­fig wir­ken zu kön­nen, hält vie­le kirch­li­che Amts­trä­ger davon ab, ande­ren Per­so­nen die Hän­de auf­zu­le­gen. Aller­dings sind die­se Befürch­tun­gen oft unbe­grün­det, wenn per­sön­li­che Gren­zen gewahrt und kla­re Abspra­chen getrof­fen wer­den.
Der Leit­ar­ti­kel in die­sem Heft zeigt jeden­falls: Die viel­fäl­ti­gen Chan­cen, die die Hand­auf­le­gung für eine Bele­bung des lit­ur­gi­schen Han­delns der Kir­che bie­tet, müs­sen unbe­dingt neu ent­deckt wer­den.

 Ihr
Unterschrift Uder

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