
Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 12/2026
Inhalt
- Leitartikel: Singen von der Hoffnung, die uns leben lässt. Die konfessionsverbindenden Kirchenlieder Paul Gerhardts
- Farben, Fahnen, Frömmigkeit. Besondere Gruppen im Gottesdienst
- Perlen und Scherben. Modell für einen Gottesdienst zum Schuljahresschluss
- Fürbittenvorschläge für den 17. Sonntag im Jahreskreis (A) bis zum Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel – Am Tag
- Komplexe Herausforderungen. Die Liturgiesprache im Rahmen der Revision von Messbuch und Benediktionale
- Positives Votum der Kirchen zur „Reerdigung“
Editorial 12/2026
Liebe Leserinnen und Leser,
in den letzten Wochen konnte man von einer großen Zahl Jugendlicher und Erwachsener lesen, die in den französischen Diözesen am Osterfest durch Taufe, Firmung und Eucharistie in die Kirche eingegliedert wurden. Vermutlich gibt es in Frankreich spezifische Faktoren, die zu einem wachsenden Interesse am christlichen Glauben führen. Sicher ist aber, dass diese Entwicklung nicht durch kirchliche Konzepte hervorgerufen wurde.
Nun wird in Paris sogar ein Provinzialkonzil geplant, um sich mit dieser Herausforderung zu beschäftigen. Aus den Pfarreien, die eine große Zahl von Katechumenen haben, wird berichtet, dass sich nun alles um dieses Thema dreht: Katechesegruppen müssen gebildet, Gottesdienste vorbereitet und Taufpaten gefunden werden. Vorrangiges Anliegen ist es, die bereits vor langer Zeit Getauften zu bestärken, dass sie selbst auf Glaubensfragen Antwort geben können. Die Gemeinden wollen Räume bieten und so Liturgie feiern, dass die Neugetauften nachhaltige Beziehungen knüpfen können.
In den deutschsprachigen Ländern ist die Zahl der Erwachsenentaufen noch eher gering, auch wenn sie an manchen Orten steigt. Ob sich eine ähnliche Entwicklung auch bei uns einmal zeigen wird? Wären wir dafür bereit?
In jedem Falle liegt es in unserer Verantwortung, die Liturgie so zu feiern, dass Menschen – ob sie bereits getauft oder auf dem Weg zum Glauben sind – in ihnen wirklich Gottes Gegenwart erfahren können.
Ihr Marius Linnenborn


