279Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 13/2026

Inhalt

 

  • Leit­ar­ti­kel: Zwi­schen Spre­chen und Sin­gen. Prin­zi­pi­en, Pra­xis und Per­spek­ti­ven im Spie­gel des Mess­buchs von 1975
  • Rei­se­se­gen. Ein Modell für den Beginn eines Urlaubs, der Feri­en­zeit oder län­ge­ren Aus­lands­auf­ent­hal­ten – zur Erpro­bung für ein neu­es deutsch­spra­chi­ges Bene­dik­tio­na­le
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für den 20. und 21. Sonn­tag im Jah­res­kreis (A)
  • Ein­füh­run­gen zu den Schrift­le­sun­gen: 18. bis 22. Sonn­tag im Jah­res­kreis (A)
  • Ent­kop­pe­lung der Tri­as. Kri­ti­sche Anfra­gen an die tra­di­tio­nel­le Ver­bin­dung von Beich­te, Kran­ken­sal­bung und Wegzehrung

 

Editorial 13/2026

 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

Magni­fi­ca huma­ni­tas, die ers­te Enzy­kli­ka von Papst Leo XIV., hat bereits kurz nach ihrem Erschei­nen gro­ße media­le Auf­merk­sam­keit und viel Zustim­mung erfah­ren. Beson­ders die Aus­sa­gen zur Künst­li­chen Intel­li­genz, zur Macht gro­ßer Tech­no­lo­gie­kon­zer­ne und zur Gefahr einer Ent­frem­dung des Men­schen in digi­ta­len Struk­tu­ren wur­den viel­fach auf­ge­grif­fen. Der Papst warnt ein­dring­lich vor einer Welt, in der der Mensch zuneh­mend nach Kri­te­ri­en von Effi­zi­enz, Bere­chen­bar­keit und Ver­wert­bar­keit beur­teilt wird.
Wer das Doku­ment genau liest, kann auch lit­ur­gi­sche Akzent­set­zun­gen fin­den. Leo XIV. ver­weist mehr­fach auf die Eucha­ris­tie als „per­sön­lichs­te Begeg­nung mit dem Herrn“, die zugleich „nie bloß ein Akt indi­vi­du­el­ler Fröm­mig­keit“ sei. Lit­ur­gie erscheint damit nicht als Rück­zug aus den Her­aus­for­de­run­gen der Gegen­wart, son­dern als Ort, an dem christ­li­che Gemein­schaft über­haupt erst ent­steht und ein­ge­übt wird.
Gera­de dar­in liegt ein wich­ti­ger Aspekt: Wo Men­schen Got­tes­dienst fei­ern, das Wort Got­tes hören, zusam­men beten und mit­ein­an­der Gemein­schaft tei­len, erfah­ren sie sich nicht als Kon­kur­ren­ten oder als Teil anony­mer Sys­te­me, son­dern als Schwes­tern und Brü­der. Die Lit­ur­gie lässt uns mit allen Sin­nen erfah­ren, dass Leben mehr ist als Leis­tung, als blo­ßes Funk­tio­nie­ren, als digi­ta­ler Wett­be­werb um Auf­merk­sam­keit und Likes.
Viel­leicht besteht dar­in heu­te eine ihrer wich­tigs­ten sozi­al­ethi­schen Dimensionen.

Ihr

DEUTSCHES LITURGISCHES INSTITUT
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