172Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 17/2025

Inhalt

 

  • Leit­ar­ti­kel: Aus der Tie­fe des Her­zens. Vor 800 Jah­ren ent­stand der Son­nen­ge­sang des hei­li­gen Fran­zis­kus von Assisi
  • Vom „Kle­ri­ka­lis­mus in Stein“ hin zur räum­li­chen Com­mu­nio. Kir­chen­räu­me im Wandel
  • Lob der Schöp­fung. Got­tes­dienst­bau­stei­ne zum Jubi­lä­um „800 Jah­re Son­nen­ge­sang“ (und dar­über hinaus)
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für den 29. Sonn­tag im Jah­res­kreis (C) bis Allerseelen
  • Viel­stim­mig für den Frie­den. In Mün­chen fand das 45. Inter­na­tio­na­le Chor­fes­ti­val der Pue­ri Can­to­res statt
  • Neue Stu­die zur Wei­ter­ga­be reli­giö­ser Pra­xis in der Familie

 

Editorial 17/2025

 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

vor 800 Jah­ren hat Franz von Assi­si sei­nen berühm­ten „Son­nen­ge­sang“ ver­fasst – ein hym­ni­sches Lob auf Schöp­fung und Schöp­fer. Der Text zählt bis heu­te zu den kraft­volls­ten Zeug­nis­sen einer öko­lo­gi­schen Spi­ri­tua­li­tät. Dass er in der Lit­ur­gie bis in unse­re Tage wei­ter­klingt, zeigt auch das Lied „Lau­da­to si’, o mi’ signo­re“. Es wur­de 1974 vom dama­li­gen Pries­ter Win­fried Pilz gedich­tet – und hat sich seit­dem als einer der bekann­tes­ten Gesän­ge des Neu­en Geist­li­chen Lie­des etabliert.
Doch seit dem Bekannt­wer­den schwer­wie­gen­der Miss­brauchs­vor­wür­fe gegen sei­nen Urhe­ber ist es zwei­fel­haft, ob es über­haupt noch in der Lit­ur­gie gesun­gen wer­den kann. Die Fra­ge stellt sich nicht nur aus seel­sorg­li­cher Ver­ant­wor­tung gegen­über Betrof­fe­nen, son­dern auch im Blick auf die Qua­li­tät des Lie­des. „Lau­da­to si’“ ist ein Ohr­wurm – aber musi­ka­lisch kein beson­ders anspruchs­vol­ler. Dass sich die­ses Lied so stark ver­brei­tet hat, sagt weni­ger über sei­ne kom­po­si­to­ri­sche Stär­ke als über die dama­li­ge Sehn­sucht nach neu­en For­men geist­li­cher Musik.
Gott sei Dank gibt es heu­te Alter­na­ti­ven: In den Gesang­bü­chern fin­den sich nicht nur deut­lich bes­se­re Ver­to­nun­gen des Son­nen­ge­sangs, son­dern zahl­rei­che ande­re Lie­der zur Schöp­fungs­the­ma­tik – theo­lo­gisch reflek­tiert, musi­ka­lisch trag­fä­hig und lit­ur­gisch gut ein­setz­bar. Eini­ge davon fin­den Sie in die­ser Aus­ga­be auf­ge­lis­tet (vgl. S. 189–190).
Viel­leicht ist das Jubi­lä­um des Son­nen­ge­sangs ein Anlass, uns neu zu fra­gen: Was und wie wol­len wir sin­gen, wenn wir Gott für sei­ne Schöp­fung danken?

Ihr

DEUTSCHES LITURGISCHES INSTITUT
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