
Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 17/2026
Inhalt
- Leitartikel: Abwechslung statt Monokultur. Die drei neuen Hochgebete nach der Liturgiereform
- „In Deiner Vollmacht setztest Du Fristen und Zeiten …“ Akzente des orthodoxen Kirchenjahres – Teil 1
- Mit Maria auf Christus schauen. Modell für eine Andacht mit den lichtreichen Geheimnissen des Rosenkranzes
- Fürbittenvorschläge für den 30. und 32. Sonntag im Jahreskreis (A)
- „Hab Mut, steh auf!“ Chancen und Grenzen von Großgottesdiensten auf dem Katholikentag
- Kirchenjahr als Bezugsrahmen für jedes pastorale Handeln
Editorial 17/2026
Liebe Leserinnen und Leser,
wer wissen möchte, wie Papst Leo XIV. zur Liturgiereform steht, muss nicht lange suchen. Leicht fündig wird man bei seinen regelmäßig am Mittwoch stattfindenden Generalaudienzen. Thema seiner aktuellen Katechesereihe ist die Liturgiekonstitution (vgl. auch S. 196 in diesem Heft).
Wie deutlich Leo XIV. die Liturgiereform dabei einordnet, zeigt besonders die Katechese vom 27. Mai. Ausgehend von den Aussagen seiner Vorgänger stellt er die vom Konzil angestoßene Erneuerung ausdrücklich in die Kontinuität der kirchlichen Tradition. Es gelte, „die gesunde Tradition glücklich [zu] bewahren und doch dem berechtigten Fortschritt den Weg [zu] öffnen“ (SC 23).
Zugleich unterstreicht der Papst die Bedeutung der Liturgie für das Leben und die Sendung der Kirche. Mit Johannes Paul II. spricht er von ihr als einem „Motor der Evangelisierung“ und fügt hinzu: „Heute müssen wir diese Kraft erneuern“ – und zwar „in Kontinuität mit der authentischen und lebendigen katholischen Tradition“.
Bemerkenswert ist dabei nicht, dass Leo XIV. die Liturgiereform bejaht, sondern mit welcher Deutlichkeit und Öffentlichkeit er dies tut – gerade angesichts traditionalistischer Stimmen und Gruppen, die die nachkonziliare Liturgie als Bruch mit der Vergangenheit darstellen. Für Leo XIV. gehört die Liturgiereform selbst zur lebendigen Tradition der Kirche. Wer beides gegeneinander ausspielt, findet bei ihm keine Unterstützung.
Ihr



