
Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 18/2026
Inhalt
- Leitartikel: „Schocktherapie des Heiligen Geistes für die Großkirche“. Die Schließung von Klöstern ermöglicht Weichenstellungen für die Zukunft von Liturgie und Kirchenräumen
- Segnung eines Rosenkranzes. Ein Modell für eine kurze Segnung oder eine ganze Feier – zur Erprobung für ein neues deutschsprachiges Benediktionale
- Fürbittenvorschläge für den 33. Sonntag im Jahreskreis (A) und den Christkönigssonntag (A)
- Einführungen zu den Schriftlesungen: 29. bis 33. Sonntag im Jahreskreis (A)
- „Steinreiche“ Kirchen als gesellschaftliche Herausforderung. Eine Tagung in Erfurt fragte in ökumenischer Perspektive nach der Umnutzung von Kirchen
- Leserbriefe
Editorial 18/2026
Liebe Leserinnen und Leser,
Papst Leo XIV. ruft immer wieder dazu auf, bei der Feier der Liturgie den kirchlichen Vorgaben treu zu folgen. Er erinnert an den Respekt gegenüber den Riten, wie sie nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil von Paul VI. und Johannes Paul II. promulgiert wurden.
Das mag für viele zunächst nach einem Appell gegen jegliche Kreativität in der Liturgie klingen. Doch darum geht es nicht. Liturgie zu „gestalten“ bedeutet nicht, die vorgegebenen Abläufe und Texte nach eigenem Geschmack zu verändern. Es bedeutet vielmehr, ihnen in einer konkreten Situation Gestalt zu geben: an einem bestimmten Ort, mit bestimmten Menschen, zu einer bestimmten Zeit und in einer ganz bestimmten Situation. Dafür braucht es liturgische Bildung, Empathie und durchaus einen gehörigen Schuss Kreativität in Bezug auf Text- und Musikauswahl, Raumgestaltung, Lichtregie, Zeichenhandlungen, …
Die liturgischen Bücher geben vieles vor – aber längst nicht alles. Zwischen Rubrizismus und Improvisation liegt ein weiter Raum. Man spricht deshalb zu Recht von „ars celebrandi“, der „Kunst des Feierns“ – einer Kompetenz, die eingeübt werden will. Treue zu den liturgischen Vorgaben ist deshalb kein Gegenprogramm zu Kreativität. Sie eröffnet vielmehr einen Begegnungsraum. Kreativität zeigt sich dann nicht darin, die Liturgie neu zu erfinden, sondern darin, das ihr innewohnende Potenzial zu erkennen und es gut zu nutzen.
Ihr



