274Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 18/2026

Inhalt

 

  • Leit­ar­ti­kel: „Schock­the­ra­pie des Hei­li­gen Geis­tes für die Groß­kir­che“. Die Schlie­ßung von Klös­tern ermög­licht Wei­chen­stel­lun­gen für die Zukunft von Lit­ur­gie und Kirchenräumen
  • Seg­nung eines Rosen­kran­zes. Ein Modell für eine kur­ze Seg­nung oder eine gan­ze Fei­er – zur Erpro­bung für ein neu­es deutsch­spra­chi­ges Bene­dik­tio­na­le
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für den 33. Sonn­tag im Jah­res­kreis (A) und den Christ­kö­nigs­sonn­tag (A)
  • Ein­füh­run­gen zu den Schrift­le­sun­gen: 29. bis 33. Sonn­tag im Jah­res­kreis (A)
  • „Stein­rei­che“ Kir­chen als gesell­schaft­li­che Her­aus­for­de­rung. Eine Tagung in Erfurt frag­te in öku­me­ni­scher Per­spek­ti­ve nach der Umnut­zung von Kirchen
  • Leser­brie­fe

 

Editorial 18/2026

 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

Papst Leo XIV. ruft immer wie­der dazu auf, bei der Fei­er der Lit­ur­gie den kirch­li­chen Vor­ga­ben treu zu fol­gen. Er erin­nert an den Respekt gegen­über den Riten, wie sie nach dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil von Paul VI. und Johan­nes Paul II. pro­mul­giert wurden.
Das mag für vie­le zunächst nach einem Appell gegen jeg­li­che Krea­ti­vi­tät in der Lit­ur­gie klin­gen. Doch dar­um geht es nicht. Lit­ur­gie zu „gestal­ten“ bedeu­tet nicht, die vor­ge­ge­be­nen Abläu­fe und Tex­te nach eige­nem Geschmack zu ver­än­dern. Es bedeu­tet viel­mehr, ihnen in einer kon­kre­ten Situa­ti­on Gestalt zu geben: an einem bestimm­ten Ort, mit bestimm­ten Men­schen, zu einer bestimm­ten Zeit und in einer ganz bestimm­ten Situa­ti­on. Dafür braucht es lit­ur­gi­sche Bil­dung, Empa­thie und durch­aus einen gehö­ri­gen Schuss Krea­ti­vi­tät in Bezug auf Text- und Musik­aus­wahl, Raum­ge­stal­tung, Licht­re­gie, Zeichenhandlungen, …
Die lit­ur­gi­schen Bücher geben vie­les vor – aber längst nicht alles. Zwi­schen Rubri­zis­mus und Impro­vi­sa­ti­on liegt ein wei­ter Raum. Man spricht des­halb zu Recht von „ars cele­b­ran­di“, der „Kunst des Fei­erns“ – einer Kom­pe­tenz, die ein­ge­übt wer­den will. Treue zu den lit­ur­gi­schen Vor­ga­ben ist des­halb kein Gegen­pro­gramm zu Krea­ti­vi­tät. Sie eröff­net viel­mehr einen Begeg­nungs­raum. Krea­ti­vi­tät zeigt sich dann nicht dar­in, die Lit­ur­gie neu zu erfin­den, son­dern dar­in, das ihr inne­woh­nen­de Poten­zi­al zu erken­nen und es gut zu nutzen.

Ihr

DEUTSCHES LITURGISCHES INSTITUT
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