168Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 19/2025

Inhalt

 

  • Leit­ar­ti­kel: Indi­vi­du­el­le oder kol­lek­ti­ve Insze­nie­run­gen? Lit­ur­gi­sche Akzen­te der Hei­li­gen Jah­re 1975, 2000 und 2025
  • Eine beson­de­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­form. Für­bit­ten und Gebe­te spre­chen (frei zugäng­lich auf der Web­site der Zeit­schrift Got­tes­dienst)
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für den Christ­kö­nigs­sonn­tag (C) bis zum Hoch­fest der ohne Erb­sün­de emp­fan­gen Jung­frau und Got­tes­mut­ter Maria (Mariä Emp­fäng­nis)
  • Wenn die Sakra­men­te nicht mehr feh­len … Wie ant­wor­ten wir als Kir­che auf die mar­kan­te Bedeu­tungs­ab­nah­me des Glau­bens an einen per­so­na­len Gott?
  • Leser­brie­fe

 

Editorial 19/2025

 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

„Ich wün­sche Ihnen einen schö­nen Sonn­tag.“ – „Dan­ke, gleichfalls!“
In vie­len Gemein­den gehört die­ser Ruf mitt­ler­wei­le so selbst­ver­ständ­lich ans Ende der Mes­se wie das Kreuz­zei­chen an den Beginn. Auf den Segen fol­gen die guten Wün­sche des Pries­ters für die neue Woche, und die Gemein­de ant­wor­tet im Chor. Was ursprüng­lich als freund­li­che Ges­te gemeint war, hat sich zu einer lit­ur­gi­schen Rou­ti­ne­hand­lung ver­fes­tigt – eine neue Akkla­ma­ti­on ist geboren!
Doch ist es wirk­lich Auf­ga­be der Lit­ur­gie, Höf­lich­keits­flos­keln zu pfle­gen? Droht hier nicht eine gefähr­li­che Ver­schie­bung: vom Segens­wort hin zu einem net­ten Wochenendgruß?
Wo sich Flos­kel­haf­tes und Hei­li­ges ver­mi­schen, droht die Bot­schaft der Lit­ur­gie zu ver­blas­sen – ja, ins Bana­le abzu­glei­ten. Gewiss: Mensch­li­che Wär­me und Wert­schät­zung sind wich­tig, beson­ders im Got­tes­dienst. Aber sie dür­fen nicht auf Kos­ten der lit­ur­gi­schen Dra­ma­tur­gie gehen. Der Got­tes­dienst ist kei­ne Fei­er im pri­va­ten Rah­men, son­dern Fei­er der Kirche.
Per­sön­li­che Wor­te haben ihren Platz, etwa in der (kur­zen) Ein­füh­rung zu Beginn, in den Ver­mel­dun­gen oder beim Aus­tausch an der Kir­chen­tür. Gera­de dort erhiel­te der Zele­brant dann sogar per­sön­li­che­re Erwi­de­run­gen als „Dan­ke, gleich­falls“ – zum Bei­spiel ein Feed­back zur Gestal­tung der Eucha­ris­tie­fei­er oder zum Inhalt der Predigt.
Doch im Voll­zug der Lit­ur­gie selbst soll­te das Eigent­li­che nicht über­la­gert wer­den: der Zuspruch Got­tes, der stär­ker ist als jedes mensch­li­che „Gleich­falls“.

Ihr

DEUTSCHES LITURGISCHES INSTITUT
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