132Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 2/2019

Inhalt
  • Leit­ar­ti­kel: „Wort des leben­di­gen Got­tes.“ Die Bedeu­tung des Rufes zum Abschluss der Lesun­gen
  • War­um jetzt „Herr“? Papst Bene­dikt XVI. und der Got­tes­na­me in der Lit­ur­gie
  • Auf Ostern zu. Kyrie-Rufe für die Sonn­ta­ge der Fas­ten­zeit
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für 4. bis 8 Sonn­tag im Jah­res­kreis (C)
  • „Ver­eh­rung“, „Gebet“ und noch viel mehr. Die Rol­le und die Sym­bo­lik des Weih­rauchs in der Wort-Got­tes-Fei­er – Teil 1

 

Editorial 2/2019

 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

manch­mal scheint der Wort­got­tes­dienst der Mess­fei­er eher ein „Got­tes­dienst mit Wor­ten“ statt ein „Dienst am Wort Got­tes“ zu sein. Statt Gott zu Wort kom­men zu las­sen, drängt die Hek­tik des All­tags in die Lit­ur­gie hin­ein, gewin­nen eige­ne Gedan­ken und Wor­te ein Eigen­ge­wicht. Leicht wird ver­ges­sen, dass im Got­tes­dienst nicht Reden gehal­ten, son­dern Ant-Wort gege­ben wer­den soll.
Rich­ti­ges Ant­wor­ten setzt aller­dings rich­ti­ges Hören vor­aus. Dazu tra­gen gut geschul­te Lek­to­rin­nen und Lek­to­ren genau­so bei wie eine funk­tio­nie­ren­de Laut­spre­cher­an­la­ge oder Sitz­mo­bi­li­ar, das eine auf das Hören kon­zen­trier­te Kör­per­hal­tung gewähr­leis­tet. Manch­mal kann aber auch ein gele­gent­li­ches Schwei­gen vor der Lesung zum Ruhig-Wer­den und genau­en Hin­hö­ren anre­gen.
Aber auch nach der Lesung kann eine Zeit der Stil­le ange­mes­sen sein, denn das Gehör­te geht nicht spur­los an einem vor­über. Der Hörer soll­te noch eine Wei­le allein gelas­sen wer­den mit dem gera­de ver­kün­de­ten Wort Got­tes – geis­ti­ge Ver­ar­bei­tung, inne­re Aneig­nung und Medi­ta­ti­on, viel­leicht auch ein Nach­den­ken über eine noch unge­wohn­te Wen­dung im neu­en Lek­tio­nar, brau­chen ihre Zeit. Folgt zu schnell das nächs­te lit­ur­gi­sche Ele­ment, ver­hallt die Ver­kün­di­gung in der Lee­re.
Wort und Stil­le – dem Wort­got­tes­dienst soll­te eine Aus­ge­wo­gen­heit inne­woh­nen, die nur zum Tra­gen kommt, wenn nicht ein­sei­tig Gewich­te gesetzt wer­den.

Ihr
Unterschrift Uder

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