
Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 2/2026
Inhalt
- Leitartikel: Auslaufmodell oder zukunftsfähig? Der Sonntag in Zeiten pastoraler Veränderung
- Ein Kernauftrag der Kirche. Papst Leo XIV. macht sich für liturgische Bildung stark
- Blasiussegen. Ein Modell für den 3. Februar – zur Erprobung für ein neues deutschsprachiges Benediktionale (frei zugänglich über die Website der Zeitschrift Gottesdienst)
- Fürbittenvorschläge für den Aschermittwoch bis zum 3. Sonntag der Fastenzeit (A)
- Gottesdienste lebensnah gestalten. Das „Vier-Faktoren-Modell“ kann die Lebensrelevanz von Gottesdiensten stärken
- „Herzlich willkommen zu unserer Abendandacht …“
Editorial 2/2026
Liebe Leserinnen und Leser,
für alle, die dabei gewesen sind, war es ein eindrücklicher Moment, als Papst Leo XIV. im November über die Notwendigkeit von Liturgischer Bildung für die Kirche sprach. Er nannte sogar ganz konkrete Punkte wie den guten Vortrag einer Lesung, das Singen des Antwortpsalms und das Formulieren von Fürbitten. Der Papst erinnerte daran, dass eine sorgfältige Vorbereitung und die Qualität der Feier überall ein vorrangiges Anliegen sein müssen.
Die Herausforderungen in dieser Hinsicht scheinen in den Ortskirchen recht ähnlich zu sein. Bei dem Kurs für diözesane Liturgiebeauftragte, zu dem das Päpstliche Liturgische Institut auf den Aventin eingeladen hatte, zeigten sich aber auch einerseits deutliche Unterschiede, andererseits unerwartete Gemeinsamkeiten zwischen den Teilkirchen. Anders als nördlich der Alpen scheint in Italien und Spanien neben dem gottesdienstlichen Leben die traditionelle Volksfrömmigkeit noch recht stark verwurzelt zu sein.
Wenn es dagegen um die Übernahme von Verantwortung durch Laien geht, ähnelt eher die Situation in Brasilien der unsrigen. Und im Blick auf die Feier von ökumenischen Gottesdiensten gleichen die Fragen der deutschsprachigen Länder denen der Katholiken in Südafrika.
Das unabdingbare Zueinander von Einheit und Vielfalt zeigt sich ja gerade in der Liturgie. Dies verantwortlich zu gestalten, ist Aufgabe vor Ort, die Spannung auszuhalten, oftmals eine Herausforderung für die Verantwortlichen in Rom.
Ihr
Marius Linnenborn


