166Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 20/2025

Inhalt

 

  • Leit­ar­ti­kel: „Wenn ihr euch als Kir­che ver­sam­melt“ (1 Kor 11,18). Mög­li­che theo­lo­gi­sche Grund­la­gen und prak­ti­sche Leit­li­ni­en für die Got­tes­dienst­fei­er an Sonn- und Festtagen
  • Pil­ger der Hoff­nung. Impul­se für einen Fried­hofs­gang mit Grä­ber­seg­nung an Allerheiligen/Allerseelen mit drei Stationen
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für den 3. und 4. Advents­sonn­tag (C)
  • Ein­füh­run­gen zu den Schrift­le­sun­gen: Mariä Emp­fäng­nis bis 2. Weihnachtstag/Heiliger Stephanus
  • Hilfs­mit­tel – kein Ersatz. Chan­cen und Gefah­ren Künst­li­cher Intel­li­genz bei der Vor­be­rei­tung von Gottesdiensten
  • Rhein­land-Pfalz: „Moderns­tes Bestat­tungs­recht“ Deutschlands

 

Editorial 20/2025

 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

Für­bit­ten bün­deln die Anlie­gen der Gemein­de, rich­ten sich an den Vater, den Sohn oder den Hei­li­gen Geist und öff­nen den Raum für gemein­sa­mes Gebet. – Doch was pas­siert, wenn die The­men­flut zu groß wird? Wenn von der Sor­ge für Haus­tie­re bis hin zu geo­po­li­ti­schen Kon­flik­ten alles Platz fin­den soll?
Ein im Inter­net ver­öf­fent­lich­tes Bei­spiel aus einem deut­schen Bis­tum zeigt, wie eine sol­che Pra­xis den eigent­li­chen Sinn der Für­bit­ten ad absur­dum füh­ren kann: In den Für­bit­ten für den 23. Sonn­tag im Jah­res­kreis wer­den die Sor­ge für Haus­tie­re, die poli­ti­sche Lage im Gaza­strei­fen, der Krieg in der Ukrai­ne, sozia­le Gerech­tig­keit, Natur­ka­ta­stro­phen und die Nie­der­la­ge der deut­schen DFB-Elf gegen die Slo­wa­kei the­ma­ti­siert – unter vie­lem anderem!
Die­se Brei­te will wohl den Ein­druck von umfas­sen­der Soli­da­ri­tät ver­mit­teln. Doch wenn Für­bit­ten zu einem Sam­mel­su­ri­um aller erdenk­li­cher Mensch­heits­pro­ble­me wer­den, ver­lie­ren sie an Tie­fe und Kon­zen­tra­ti­on. Jede Bit­te soll­te Raum für Stil­le und Besin­nung las­sen, damit die Gemein­de in der Für­spra­che wirk­lich mit Gott in Kon­takt tre­ten kann. Eine Über­frach­tung ver­engt die­sen Raum.
Wenn die Inten­tio­nen zu einem rei­nen Nach­rich­ten­über­blick wer­den, kann dies die Dra­ma­tur­gie lit­ur­gi­schen Fei­erns gefähr­den. Für­bit­ten sol­len nicht die gesam­te Welt abbil­den, son­dern eine aus­ge­wo­ge­ne Aus­wahl bie­ten und damit den Blick auf das Wesent­li­che len­ken: die Bezie­hung zwi­schen Gott und den Menschen.

Ihr

DEUTSCHES LITURGISCHES INSTITUT
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