170Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 4/2017

Inhalt

  • Leit­ar­ti­kel: Das Stief­kind unter den lit­ur­gi­schen Diens­ten. Zur Bedeu­tung des Kan­to­ren­diens­tes
  • „Die Hoch­zeits­ker­ze spricht“. Ein neu­er deut­scher „Eigen­ri­tus“?
  • Ein spre­chen­des Zei­chen. Zur Pra­xis der Fuß­wa­schung am Grün­don­ners­tag
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für die Fei­er der Oster­nacht und für den Oster­tag
  • Ora­ti­on am Ende des Wort­got­tes­diens­tes. Eine Berei­che­rung für die Got­tes­dienst­kul­tur

 

Editorial 4/2017

 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

es sind Got­tes­diens­te an den Schnitt­stel­len des Lebens, wo das Zusam­men­tref­fen von lit­ur­gi­schen Nor­men und indi­vi­du­el­len Wün­schen, von Kir­che und Welt, beson­ders star­ke Rei­bun­gen erzeu­gen kann. Die Fei­er der Trau­ung, deren Zahl in den Früh­lings­mo­na­ten wie­der zuneh­men wird, lässt sich ohne Zwei­fel hier dazu­zäh­len. Eine regel­rech­te Hoch­zeits­in­dus­trie, die in den Medi­en, beson­ders im Inter­net, prä­sent ist, bie­tet immer wie­der neue Ide­en, um den „schöns­ten Tag des Lebens“ und damit auch die Fei­er der Trau­ung zu „berei­chern“. Exem­pla­risch hier­für steht der rela­tiv jun­ge Trend der „spre­chen­den Hoch­zeits­ker­ze“, der in die­ser Aus­ga­be unse­rer Zeit­schrift kri­tisch unter die pas­to­ral­lit­ur­gi­sche Lupe genom­men wird.
Ein ande­res kon­flikt­rei­ches Bei­spiel stellt die Liedaus­wahl zur Trau­ung dar. Hoch moti­vier­te, aber kir­chen­fer­ne Paa­re tre­ten oft­mals mit musi­ka­li­schen Wün­schen an den Zele­bran­ten her­an, die der inhalt­li­chen Tie­fe und Dra­ma­tur­gie des Got­tes­diens­tes nicht gerecht wird, aber für die Ent­wick­lung ihrer Lebens- und Lie­bes­ge­schich­te eine Bedeu­tung hat. Hier­bei sind Seel­sor­ger mit pas­to­ra­lem Fin­ger­spit­zen­ge­fühl gefragt, die die Musik­wün­sche ernst neh­men, sich inhalt­lich mit ihnen aus­ein­an­der­set­zen sowie gemein­sam mit Organist/in und Kantor/in mög­li­che Alter­na­ti­ven auf­zei­gen können.Im Fall der „spre­chen­den Hoch­zeits­ker­ze “ nennt unser Autor Mög­lich­kei­ten, das Licht­mo­tiv auf stim­mi­ge­re Art und Wei­se in die Trau­ungs­lit­ur­gie ein­zu­bau­en als es die Vor­la­gen aus dem Inter­net vor­se­hen. Um dies sach­ge­recht zu leis­ten, hilft es aller­dings, das Spek­trum der lit­ur­gi­schen Mög­lich­kei­ten zu ken­nen.

Ihr
Unterschrift Uder

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