174Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 4/2020

Inhalt

 

  • Leit­ar­ti­kel: Ein­sich­ten in das Unsicht­ba­re. Eini­ge Anmer­kun­gen zur Ästhe­tik der Lit­ur­gie im Zeit­al­ter der Digi­ta­li­sie­rung
  • Orga­nist? Gibt’s nicht! Ein Plä­doy­er für den Men­schen in der Lit­ur­gie
  • Am Beginn einer neu­en Zeit. Modell für einen Wort­got­tes­dienst am Ascher­mitt­woch
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für den 5. Sonn­tag der Fas­ten­zeit (A) bis Ostern – In der Nacht
  • Täti­ge Teil­nah­me als Ziel. Zur Gebets­rich­tung am Altar

 

Editorial 4/2020
 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

die im Leit­ar­ti­kel geschil­der­te Not­wen­dig­keit von ästhe­ti­schen, qua­li­täts­vol­len Got­tes­diens­ten kann nicht nur auf Sym­bo­le und Zei­chen­hand­lun­gen beschränkt wer­den, son­dern muss genau­so die lit­ur­gi­schen Räu­me und Orte umfas­sen. Auch sie müs­sen „den Glanz edler Ein­fach­heit an sich tra­gen“ (SC 34), um „Ein­sich­ten in das Unsicht­ba­re“ zu ermög­li­chen. Hier­für braucht es nicht unbe­dingt auf­wän­di­ge und teu­re Um- oder Neu­ge­stal­tun­gen, die vie­le Gemein­den ohne­hin nicht mehr ohne Wei­te­res finan­zi­ell stem­men kön­nen.
Vie­ler­orts wäre schon viel gewon­nen, wenn man der „Ver­mül­lung“ des Kir­chen­raums Ein­halt gebie­ten wür­de. Wie soll ein nah am Ein­gang auf­ge­stell­tes Tauf­be­cken, das mit Gesang­buch­stän­dern oder unor­dent­li­chen Schrift­en­ti­schen zuge­stellt ist, noch als Ort der Tau­fer­in­ne­rung fun­gie­ren? Wie soll in einem Altar­raum, der mit einer Viel­zahl an küm­mer­lich gewach­se­nen Grün­pflan­zen „wohn­lich“ gemacht wur­de, noch ange­mes­sen das Pascha­mys­te­ri­um gefei­ert wer­den? Wie sol­len chao­tisch gestal­te­te Schau­käs­ten oder Pinn­wän­de über­haupt noch jeman­den Außen­ste­hen­den in die Kir­che locken?
Zu einer Lit­ur­gie, die nicht ins Bana­le abglei­ten will, gehö­ren gera­de in unse­rer Zeit, die durch eine hoch­pro­fes­sio­nel­le Medi­en­äs­the­tik geprägt ist, sorg­fäl­tig gepfleg­te Fei­er­räu­me und -orte. Denn nur dann kön­nen sie einen tie­fe­ren Zugang zur Wirk­lich­keit Got­tes eröff­nen.

Ihr

DEUTSCHES LITURGISCHES INSTITUT
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