294Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 4/2026

Inhalt

 

  • Leit­ar­ti­kel: Wer steht am Altar – und war­um? Eine Stu­die zu Her­kunft, Moti­va­ti­on und Selbst­ver­ständ­nis der Pries­ter­amt­skan­di­da­ten und zur Rol­le der Lit­ur­gie dabei
  • Got­tes­dienst­be­ra­tung. Bil­dungs- und Bera­tungs­pro­gram­me in sich ver­än­dern­der Gemeindekultur
  • Segens­fei­er für Babys. Ein Modell für Fami­li­en mit neu­ge­bo­re­nen Kin­dern im ers­ten Lebens­jahr – zur Erpro­bung für ein neu­es deutsch­spra­chi­ges Bene­dik­tio­na­le
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für das Fest Ver­kün­di­gung des Herrn bis Ostern – In der Nacht (A)
  • Zwi­schen Inno­va­ti­on und Tra­di­ti­on. Die Stutt­gar­ter Christ­met­te als Fall­bei­spiel lit­ur­gi­scher und theo­lo­gi­scher Spannungen
  • Bischof Kohl­graf: Mehr Unter­stüt­zung, weni­ger Verdächtigung

 

Editorial 4/2026

 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

es ist schon bemer­kens­wert, wenn eine Diö­ze­se und ein öffent­lich-recht­li­cher Sen­der ein­räu­men, dass bei einer Got­tes­dienstüber­tra­gung aus ihrem Ver­ant­wor­tungs­be­reich durch eine Kunst­per­for­mance als Krip­pen­dar­stel­lung bei vie­len Men­schen reli­giö­se Gefüh­le ver­letzt wor­den sei­en und es, so die Diö­ze­se, zu „Abwei­chun­gen von der gel­ten­den lit­ur­gi­schen Ord­nung“ kam. Die Lit­ur­gie sei frei­er gestal­tet wor­den, „als dies zuläs­sig ist“. Wohl sel­ten hat eine Got­tes­dienstüber­tra­gung so vie­le kri­ti­sche Reak­tio­nen her­vor­ge­ru­fen wie die in der ARD über­tra­ge­ne letzt­jäh­ri­ge Christ­met­te (vgl. den Bei­trag auf S. 46–47 in die­sem Heft).
Bei allem Ver­ständ­nis für das Anlie­gen einer men­schen­na­hen Fei­er fra­ge ich mich: Wie kann es zu einem so eigen­mäch­ti­gen Umgang mit den vor­ge­se­he­nen Gebets­tex­ten, der lit­ur­gi­schen Ord­nung und der Rol­len­ver­tei­lung kom­men, und dies an einer so pro­mi­nen­ten Stel­le wie der bun­des­weit über­tra­ge­nen Christ­met­te?
Die Lit­ur­gie bie­tet an vie­len Stel­len Aus­wahl­mög­lich­kei­ten und Gestal­tungs­spiel­räu­me, doch ihre Regeln wol­len vor Sub­jek­ti­vis­mus bewah­ren und Ver­läss­lich­keit bie­ten, schließ­lich hat die ver­sam­mel­te (Fernseh-)Gemeinde ein Recht auf eine Fei­er nach der Ord­nung der Kir­che.
Die Got­tes­dienstüber­tra­gun­gen in den öffent­lich-recht­li­chen Sen­dern stel­len ein aner­kann­tes For­mat dar, für des­sen inhalt­li­che Aus­ge­stal­tung die Kir­che selbst Ver­ant­wor­tung trägt.

Ihr

Mari­us Linnenborn

DEUTSCHES LITURGISCHES INSTITUT
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