130Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 5/2020

Inhalt

 

  • Leit­ar­ti­kel: Gemein­de­le­ben ohne Got­tes­dienst? Die Bedeu­tung der Lit­ur­gie in Doku­men­ten zu pas­to­ra­len Ent­wick­lungs­pro­zes­sen
  • Auf die Tau­fe zuge­hen. Die Zei­chen der Kin­der­tau­fe – Teil 1: Bezeich­nung mit dem Kreuz und Katechu­me­n­en­sal­bung
  • Der wah­re Leib Chris­ti. Wie gehe ich damit um?
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für den Ostern – Am Tag und den Oster­mon­tag
  • Ein­füh­run­gen zu den Schrift­le­sun­gen: 4. Sonn­tag der Oster­zeit (A) bis Pfingst­sonn­tag (A)
  • Kein gewöhn­li­cher Pfarr­gar­ten. Ein mul­ti­funk­tio­na­ler „Lit­ur­gi­scher Gar­ten“

 

Editorial 5/2020
 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

im deut­schen Sprach­ge­biet kön­nen wir uns über das Wort „Got­tes­dienst“ freu­en, weil es die dia­lo­gi­sche Struk­tur des Gesche­hens zum Aus­druck bringt und wei­ter reicht als der Begriff „Lit­ur­gie“ im Sin­ne des Kir­chen­rechts. „Got­tes­diens­te“ sind nicht nur die in den lit­ur­gi­schen Büchern gere­gel­ten Fei­ern, son­dern auch freie­re For­men wie z. B. „Früh­schich­ten“, Andach­ten oder Frie­dens­ge­be­te, also For­men, die oft­mals an die per­sön­li­che Situa­ti­on der Teil­neh­men­den ange­passt sind.
So glück­lich wir dar­über sein kön­nen, dass auf die­se Wei­se die Wür­de einer Fei­er nicht nur von ihrem amt­li­chen Anstrich her defi­niert wird, so trägt die­ser Begriff wahr­schein­lich mit zu der Belie­big­keit bei, mit der nicht sel­ten mit der „Lit­ur­gie“ umge­gan­gen wird. Wenn alles „Got­tes­dienst“ ist – war­um soll­ten dann bei einer Eucha­ris­tie­fei­er ande­re Gestal­tungs­grund­sät­ze gel­ten als bei einer Andacht oder einem Wort­got­tes­dienst mit Kin­dern?
Wahr­schein­lich ist es gera­de die Ver­mi­schung und Ver­wi­schung bei­der Rich­tun­gen, die allen Betei­lig­ten die Freu­de ver­dirbt und letzt­lich zu Frust führt. Dabei braucht es bei­des: „Lit­ur­gie“ im enge­ren Sinn und „Got­tes­diens­te“, die den indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­sen von bestimm­ten Ziel­grup­pen ent­spre­chen. Ein kla­re­res Pro­fil nach bei­den Sei­ten könn­te nicht nur die jewei­li­ge Grup­pe mehr zufrie­den stel­len, son­dern viel­leicht auch die Neu­gier der jeweils ande­ren und ihr Ver­ständ­nis für­ein­an­der wecken.

Ihr

DEUTSCHES LITURGISCHES INSTITUT
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