492Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 5/2021

Inhalt

 

  • Leit­ar­ti­kel: Alle sol­len ruhen. 1700 Jah­re arbeits­frei­er Sonn­tag
  • Bereit zum wei­te­ren Dia­log. Stel­lung­nah­me des ÖAK zur Kri­tik der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für den 2. bis 3. Sonn­tag der Oster­zeit (B)
  • Ein­füh­run­gen zu den Schrift­le­sun­gen: Palm­sonn­tag (B) bis Oster­mon­tag
  • „Das Wort ist ganz nah bei dir“ (Dtn 30,14). Das pas­to­ra­le Poten­ti­al von Biblio­log, Bibliodra­ma und Lec­tio Divina

 

Editorial 5/2021
 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

wie kann der tau­sen­den Coro­na-Opfer künf­tig ange­mes­sen gedacht wer­den? Mit die­ser Fra­ge sehen sich Poli­tik und Kir­chen ver­mehrt kon­fron­tiert, denn der Wunsch, als Gesell­schaft Trau­er aus­zu­drü­cken und ein­an­der Trost zuzu­spre­chen, ist im Ange­sicht der Pan­de­mie-Kata­stro­phe beson­ders stark aus­ge­prägt. Der Vor­sit­zen­de der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz, Georg Bät­zing, hat sich daher für einen fes­ten, bun­des­wei­ten Gedenk­tag für die Coro­na-Opfer aus­ge­spro­chen – eine Idee, die auf­grund ihrer über­kon­fes­sio­nel­len Anschluss­fä­hig­keit auch von poli­ti­scher Sei­te ver­mehrt Unter­stüt­zung fin­det.
Soll­te der Gedenk­tag Rea­li­tät wer­den, muss jedoch gut über des­sen kon­kre­te Aus­ge­stal­tung nach­ge­dacht wer­den. Zen­tra­le Gedenk­fei­ern allein, die ihre Prä­gung vor­nehm­lich durch Reprä­sen­tan­ten aus Poli­tik und Kir­chen erhal­ten, wer­den dem Anlass und dem Anlie­gen eines sol­chen Gedenk­tags wohl kaum gerecht wer­den. Es braucht ein sicht­ba­res Zei­chen, das in die Brei­te wirkt und in allen Bevöl­ke­rungs­schich­ten Akzep­tanz fin­det.
Hier­für bie­tet sich z. B. das Ritu­al an, eine bren­nen­de Ker­ze ins Fens­ter zu stel­len (vgl. die Aktio­nen „#licht­fens­ter“ und „#lich­ter­der­hoff­nung“). Chris­tin­nen und Chris­ten, aber auch Ange­hö­ri­ge ande­rer Reli­gio­nen kön­nen das Ent­zün­den der Ker­ze mit einem deu­ten­den Gebet beglei­ten.
Und als Licht der Trau­er, der Anteil­nah­me, des Mit­ge­fühls und der Soli­da­ri­tät ver­mit­telt es eine uni­ver­sel­le Bot­schaft, die auch von Nicht­glau­ben­den geteilt wer­den kann.

Ihr

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