
Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 5/2026
Inhalt
- Leitartikel: Gottes lebendiges Wort. Zum Umgang mit schwierigen Perikopen
- Segnung von Sportgeräten und -räumen. Ein Modell zur Erprobung für ein neues deutschsprachiges Benediktionale (frei zugänglich über die Website der Zeitschrift Gottesdienst)
- Fürbittenvorschläge für Ostern – Am Tag (A) und den Ostermontag
- Einführungen zu den Schriftlesungen: Palmsonntag (A) bis 2. Sonntag der Osterzeit (A)
- Ein Liturgie-Laboratorium. Die Rolle der Zeitschrift Gottesdienst bei der Entstehung des deutschsprachigen Messbuchs von 1975
- Zum kleinen Wörtchen „und“ in Liturgie und Gebet
Editorial 5/2026
Liebe Leserinnen und Leser,
in immer mehr Großpfarreien und Pastoralverbänden gehört der Aschenritus mittlerweile nicht nur zur liturgischen Praxis des Aschermittwochs, sondern auch des Ersten Fastensonntags. Als Gründe genannt werden knappe Personalressourcen und mehrere Kirchen, die „bedient“ werden wollen.
Was organisatorisch nachvollziehbar ist, wirft liturgietheologische Fragen auf. Denn der Aschermittwoch kann nicht einfach verschoben werden. Die Vierzig Tage beginnen mit diesem Tag – und er trägt seinen Namen nicht zufällig. Die Asche, ihre Segnung und Austeilung, prägt den Aschermittwoch in einzigartiger Weise. Sie macht sichtbar und leibhaft erfahrbar, was die beginnende Zeit kennzeichnet: Umkehr, Vergänglichkeit, Neuorientierung vor Gott.
Wird der Aschenritus vom Aschermittwoch gelöst, verliert dieser Tag an Profil. Zugleich wird der Erste Fastensonntag, der selbst ein eigenes Gesicht hat, mit einer Symbolik überfrachtet, die ursprünglich nicht die seine ist.
„Man soll die Feste feiern, wie sie fallen“ – dieser oft zitierte Satz enthält eine liturgische Weisheit. Er erinnert daran, dass Heilige Zeiten nicht verschiebbar sind. Liturgie zu feiern, heißt auch, für einen Moment eigene Prioritäten zurückzustellen und dem Anlass seinen Raum zu geben – gerade in einer Zeit, in der alles beliebig geworden zu sein scheint.
Das ist kein Plädoyer gegen pastorale Bedürfnisse, wohl aber eine Einladung zur liturgischen Sensibilität.
Ihr



