292Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 5/2026

Inhalt

 

  • Leit­ar­ti­kel: Got­tes leben­di­ges Wort. Zum Umgang mit schwie­ri­gen Perikopen
  • Seg­nung von Sport­ge­rä­ten und -räu­men. Ein Modell zur Erpro­bung für ein neu­es deutsch­spra­chi­ges Bene­dik­tio­na­le (frei zugäng­lich über die Web­site der Zeit­schrift Got­tes­dienst)
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für Ostern – Am Tag (A) und den Ostermontag
  • Ein­füh­run­gen zu den Schrift­le­sun­gen: Palm­sonn­tag (A) bis 2. Sonn­tag der Oster­zeit (A)
  • Ein Lit­ur­gie-Labo­ra­to­ri­um. Die Rol­le der Zeit­schrift Got­tes­dienst bei der Ent­ste­hung des deutsch­spra­chi­gen Mess­buchs von 1975
  • Zum klei­nen Wört­chen „und“ in Lit­ur­gie und Gebet

 

Editorial 5/2026

 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

in immer mehr Groß­pfar­rei­en und Pas­to­ral­ver­bän­den gehört der Aschen­ri­tus mitt­ler­wei­le nicht nur zur lit­ur­gi­schen Pra­xis des Ascher­mitt­wochs, son­dern auch des Ers­ten Fas­ten­sonn­tags. Als Grün­de genannt wer­den knap­pe Per­so­nal­res­sour­cen und meh­re­re Kir­chen, die „bedient“ wer­den wollen.
Was orga­ni­sa­to­risch nach­voll­zieh­bar ist, wirft lit­ur­gie­theo­lo­gi­sche Fra­gen auf. Denn der Ascher­mitt­woch kann nicht ein­fach ver­scho­ben wer­den. Die Vier­zig Tage begin­nen mit die­sem Tag – und er trägt sei­nen Namen nicht zufäl­lig. Die Asche, ihre Seg­nung und Aus­tei­lung, prägt den Ascher­mitt­woch in ein­zig­ar­ti­ger Wei­se. Sie macht sicht­bar und leib­haft erfahr­bar, was die begin­nen­de Zeit kenn­zeich­net: Umkehr, Ver­gäng­lich­keit, Neu­ori­en­tie­rung vor Gott.
Wird der Aschen­ri­tus vom Ascher­mitt­woch gelöst, ver­liert die­ser Tag an Pro­fil. Zugleich wird der Ers­te Fas­ten­sonn­tag, der selbst ein eige­nes Gesicht hat, mit einer Sym­bo­lik über­frach­tet, die ursprüng­lich nicht die sei­ne ist.
„Man soll die Fes­te fei­ern, wie sie fal­len“ – die­ser oft zitier­te Satz ent­hält eine lit­ur­gi­sche Weis­heit. Er erin­nert dar­an, dass Hei­li­ge Zei­ten nicht ver­schieb­bar sind. Lit­ur­gie zu fei­ern, heißt auch, für einen Moment eige­ne Prio­ri­tä­ten zurück­zu­stel­len und dem Anlass sei­nen Raum zu geben – gera­de in einer Zeit, in der alles belie­big gewor­den zu sein scheint.
Das ist kein Plä­doy­er gegen pas­to­ra­le Bedürf­nis­se, wohl aber eine Ein­la­dung zur lit­ur­gi­schen Sensibilität.

Ihr

DEUTSCHES LITURGISCHES INSTITUT
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