126Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 8/2020

Inhalt

 

  • Leit­ar­ti­kel: Wahr­haft leben­di­ge Ver­kün­di­gung. Die Ers­te und Zwei­te Lesung in der Oster­zeit
  • Mit Hei­li­gem Geist gesalbt. Die Zei­chen der Kin­der­tau­fe – Teil 3: Die Sal­bung mit Chri­sam
  • Wie „geht“ ein Haus­ge­bet? Klei­ne Got­tes­diens­te zuhau­se im Fami­li­en­kreis fei­ern
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für den 7. Sonn­tag der Oster­zeit (A) bis zum Drei­fal­tig­keits­sonn­tag (A)
  • „Hei­li­ges Grab“ und Oster­fei­er. Sie­ben The­sen
  • Im Erzähl­raum des Erin­nerns. Ein Plä­doy­er für das lit­ur­gi­sche Erin­nern

 

Editorial 8/2020
 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

die­ses Oster­fest wer­den wir wohl unser Leben lang nicht ver­ges­sen. Nicht ein­mal in Kriegs- und Ver­fol­gungs­si­tua­tio­nen gab es so dras­ti­sche Ein­schrän­kun­gen für das got­tes­dienst­li­che Leben wie der­zeit. Bischö­fe sahen sich ver­pflich­tet, ihre Pries­ter auf­zu­for­dern, „stell­ver­tre­tend für ihre Gemein­de“ vie­le Wochen lang allein die Eucha­ris­tie zu fei­ern – eine Pra­xis, die eigent­lich unse­rem lit­ur­gi­schen Ver­ständ­nis wider­spricht. Die Lit­ur­gie des Oster­tri­du­ums – die Mit­te unse­res Glau­bens – wird, wenn über­haupt, nur von Bischö­fen und Pries­tern und in geschlos­se­nen klös­ter­li­chen Gemein­schaf­ten gefei­ert.
Die Ein­schrän­kun­gen im öffent­li­chen und per­sön­li­chen Leben pass­ten zwar gut zur Öster­li­chen Buß­zeit, doch umso schmerz­li­cher ist es nun, dass wir das Oster­fest als Höhe­punkt des gan­zen Jah­res nicht lit­ur­gisch fei­ern kön­nen. Gemein­schaft – auch im Gebet – kann der­zeit nur in bewuss­ter Distanz erlebt wer­den.
Erfreu­li­cher­wei­se wer­den an vie­len Orten neue For­men gemein­schaft­li­cher Erfah­rung krea­tiv ent­wi­ckelt. Auch das Beten mit der Kir­che in der Tag­zei­ten­lit­ur­gie kann hier wei­ter an Bedeu­tung gewin­nen.
Vie­le bewegt aber auch die Fra­ge, wie sich ein vie­le Wochen lang dau­ern­der Ver­zicht auf got­tes­dienst­li­che Gemein­schaft lang­fris­tig für die Kir­che aus­wir­ken wird. Erlebt man, dass es ja auch ganz ohne geht? Oder spü­ren wir in die­ser Situa­ti­on umso stär­ker, dass die lit­ur­gi­sche Ver­samm­lung der Gemein­de für uns als Kir­che tat­säch­lich „sys­tem­re­le­vant“ ist?

Ihr
Mari­us Lin­nen­born

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