288Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 8/2026

Inhalt

 

  • Leit­ar­ti­kel: Zwi­schen Trend und Tra­di­ti­on. Was die Kir­che von Frei­en Trau­un­gen ler­nen kann – und was nicht
  • Wei­ter­füh­rung der Tra­di­ti­on. Ein neu­er Kreuz­weg aus der Deutsch­schweiz im Petersdom
  • „Stär­ke uns, Hei­li­ger Geist“. Modell für eine Andacht in der Pfingstnovene
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für den 7. Sonn­tag der Oster­zeit (A) bis zum Hoch­fest Drei­fal­tig­keits­sonn­tag (A)
  • „Kyrie elei­son“ – Gruß an den Herrn, Ver­ge­bungs­bit­te oder …? Beob­ach­tun­gen und Gedan­ken zum Eröff­nungs­teil der Eucharistiefeier
  • Zeit­ge­nös­si­sche lit­ur­gi­sche Gewän­der im Klos­ter Kamp

 

Editorial 8/2026

 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

wenn Men­schen sich von ihrer Reli­gi­on ent­fer­nen, geschieht das sel­ten abrupt. Eine gera­de erschie­ne­ne inter­na­tio­na­le Stu­die der Uni­ver­si­tät Lau­sanne, die Daten aus mehr als hun­dert Län­dern aus­wer­tet, beschreibt viel­mehr einen bemer­kens­wert ein­heit­li­chen Ver­lauf: Zunächst wird am Got­tes­dienst sel­te­ner teil­ge­nom­men. Erst spä­ter ver­liert Reli­gi­on an per­sön­li­cher Bedeu­tung; noch spä­ter folgt die Distan­zie­rung von der insti­tu­tio­nel­len Zuge­hö­rig­keit.
Gera­de der ers­te Schritt ver­dient Auf­merk­sam­keit, denn er betrifft die Lit­ur­gie unmit­tel­bar. In gewis­ser Wei­se wird sie zu einem Seis­mo­gra­fen. Doch wenn die Nicht-Teil­nah­me an lit­ur­gi­schen Fei­ern der ers­te Punkt ist, an dem sich Distanz zur Reli­gi­on zeigt, dann kommt der Lit­ur­gie­ge­stal­tung eine beson­de­re Bedeu­tung zu. Denn in einer plu­ra­len Gesell­schaft ste­hen kirch­li­che Fei­ern längst nicht mehr allein: Auch Freie Ritualanbieter/innen haben Kon­junk­tur, weil sie auf pro­fes­sio­nel­lem Niveau Ori­en­tie­rung, Gemein­schaft und sym­bo­li­sche Aus­drucks­for­men bie­ten.
Gera­de des­halb stellt sich für die Kir­chen die Fra­ge nach der Qua­li­tät von Got­tes­diens­ten mit neu­er Dring­lich­keit. Lit­ur­gie kann Men­schen dort über­zeu­gen, wo sie ihre eige­ne Stär­ke ent­fal­tet: in der Dich­te der Zei­chen, in der Sorg­falt der Gestal­tung, in der Ernst­haf­tig­keit des gemein­sa­men Fei­erns – und auch in einer Offen­heit, die es Men­schen ermög­licht, sich neu auf die­se Tra­di­ti­on einzulassen.

Ihr

DEUTSCHES LITURGISCHES INSTITUT
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