
Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 8/2026
Inhalt
- Leitartikel: Zwischen Trend und Tradition. Was die Kirche von Freien Trauungen lernen kann – und was nicht
- Weiterführung der Tradition. Ein neuer Kreuzweg aus der Deutschschweiz im Petersdom
- „Stärke uns, Heiliger Geist“. Modell für eine Andacht in der Pfingstnovene
- Fürbittenvorschläge für den 7. Sonntag der Osterzeit (A) bis zum Hochfest Dreifaltigkeitssonntag (A)
- „Kyrie eleison“ – Gruß an den Herrn, Vergebungsbitte oder …? Beobachtungen und Gedanken zum Eröffnungsteil der Eucharistiefeier
- Zeitgenössische liturgische Gewänder im Kloster Kamp
Editorial 8/2026
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn Menschen sich von ihrer Religion entfernen, geschieht das selten abrupt. Eine gerade erschienene internationale Studie der Universität Lausanne, die Daten aus mehr als hundert Ländern auswertet, beschreibt vielmehr einen bemerkenswert einheitlichen Verlauf: Zunächst wird am Gottesdienst seltener teilgenommen. Erst später verliert Religion an persönlicher Bedeutung; noch später folgt die Distanzierung von der institutionellen Zugehörigkeit.
Gerade der erste Schritt verdient Aufmerksamkeit, denn er betrifft die Liturgie unmittelbar. In gewisser Weise wird sie zu einem Seismografen. Doch wenn die Nicht-Teilnahme an liturgischen Feiern der erste Punkt ist, an dem sich Distanz zur Religion zeigt, dann kommt der Liturgiegestaltung eine besondere Bedeutung zu. Denn in einer pluralen Gesellschaft stehen kirchliche Feiern längst nicht mehr allein: Auch Freie Ritualanbieter/innen haben Konjunktur, weil sie auf professionellem Niveau Orientierung, Gemeinschaft und symbolische Ausdrucksformen bieten.
Gerade deshalb stellt sich für die Kirchen die Frage nach der Qualität von Gottesdiensten mit neuer Dringlichkeit. Liturgie kann Menschen dort überzeugen, wo sie ihre eigene Stärke entfaltet: in der Dichte der Zeichen, in der Sorgfalt der Gestaltung, in der Ernsthaftigkeit des gemeinsamen Feierns – und auch in einer Offenheit, die es Menschen ermöglicht, sich neu auf diese Tradition einzulassen.
Ihr



