Notitiae

Informationen über verschiedene Änderungen und Neuerungen in der Liturgie

Hier werden für das deutsche Sprachgebiet relevante Regelungen zusammengestellt. Der Name der Seite erinnert an „Notitiae“, die Zeitschrift der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Sie wurde von dieser Kongregation nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil gegründet, um die Änderungen und Neuerungen in der Liturgie in einem einzigen Organ gesammelt zu veröffentlichen. Seit 2015 erscheint die Zeitschrift nur noch als Online-Ausgabe auf dem Internetauftritt der Gottesdienst-Kongregation. Hier geht es zur Online-Ausgabe der „Notitiae“ auf der deutschsprachigen Internetseite des Heiligen Stuhls.

 


 

  • 2017 – Einfügung des Heiligen Josef in die Hochgebete II-IV
    Die Gottesdienstkongregation hatte 2013 (s. u.) die Hinzufügung des Namens des heiligen Josef in den Eucharistischen Hochgebeten geregelt. Die deutsche Übersetzung wird nun in einem neuen Dekret angepasst. Die Einfügung des Hl. Josef in die Hochgebete II-IV wird erst ab Erscheinen des neuen Messbuchs verbindlich sein.
    Die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung erließ am 1. Mai 2013 das Dekret Paternas vices, in dem die Hinzufügung des Namens des heiligen Josef in den eucharistischen Hochgebeten Il, III und IV des Missale Romanum der editio typica tertia geregelt wird.
    Die Gottesdienstkongregation reagierte nun – vier Jahre später – auf „Beobachtungen hinsichtlich der von dieser Kongregation vorgelegten deutschen Übersetzung“, die im deutschen Sprachgebiet als mangelhaft empfunden wurde, und ändert mit einem Schreiben an die Vorsitzenden der Liturgischen Kommissionen der Deutschen, der Österreichischen und der Schweizer Bischofskonferenz die Übersetzung in deutscher Sprache (vgl. Dekret Nomen Sancti Ioseph vom 31. Juli 2017, Prot. N. 369/17).

    Die offizielle Übersetzung lautet nun in den Hochgebeten II-IV:
    Prex eucharistica II: „… in der Gemeinschaft mit der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria, mit ihrem Bräutigam, dem heiligen Josef, mit deinen Aposteln und mit allen, …“.
    Prex eucharistica III: „… mit der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria, mit ihrem Bräutigam, dem heiligen Josef, mit deinen Aposteln und Märtyrern, ….“.
    Prex eucharistica IV: „… in Gemeinschaft mit der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria, mit ihrem Bräutigam, dem heiligen Josef, mit deinen Aposteln und mit allen Heiligen, …“.

  • 2017 – Rundbrief an die Bischöfe über das Brot und den Wein für die Eucharistie
    Die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung erinnert an die geltenden Bestimmungen und gibt einige praktische Hinweise.
    Rundbrief (15. Juni 2017, Hochfest des Leibes und Blutes Christi)

    Dieses Schreiben ändert nichts an den bisherigen Vorgaben.
    Bereits im Juli 2003 gab die Glaubenskongregation in einem Rundschreiben an die Präsidenten der Bischofskonferenzen Normen über den Gebrauch von Brot mit niedrigem Gluten-Anteil und von Most als Materie der Eucharistie für Personen, die aus verschiedenen schwerwiegenden Gründen normal zubereitetes Brot oder normal gegärten Wein nicht zu sich nehmen können.

    Weitere Informationen: „… und esset alle davon? Zum Umgang mit der Kommunion bei Gluten-Unverträglichkeit“ – In diesem Heft wird kurz beschrieben, was Zöliakie ist, was das Kirchenrecht bezüglich des Brotes bei der Eucharistie sagt, welche besondere Art von Hostien es für Zöliakie-Kranke gibt und wie damit umzugehen ist.
    GottesdienstHilfen-SHOP

  • 2016 – Lateinische Liturgie: Gedenktag der hl. Maria Magdalena aufgewertet
    Der Gedenktag der heiligen Maria Magdalena wurde in den Rang eines Fest erhoben. Papst Franziskus ehrt damit die Frau, die als erster Mensch überhaupt – noch vor den Aposteln – dem auferstandenen Christus begegnete und seine Auferstehung bezeugte.
    Dekret zum Fest der heiligen Maria Magdalena
    Artikel von Erzbischof Arthur Roche über die Aufwertung des Gedenktags
  • 2016 – Lateinische Liturgie: Fußwaschungs-Ritus geändert. Auch Frauen sind zugelassen
    Papst Franziskus ändert offiziell den Ritus der Fußwaschung am Gründonnerstag für die Weltkirche. In Zukunft kann die Symbolhandlung bei der Abendmahlsmesse auch an Frauen und Mädchen, nicht mehr nur an Männern oder Jungen, vollzogen werden.
    DECRETUM In Missa in Cena Domini
    Deutsche Übersetzung des Dekrets
    Auf Bitten von Papst Franziskus veröffentlichte die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung am 21.1.2016 ein Dekret, das den Ritus der Fußwaschung am Gründonnerstag für die Weltkirche ändert. Es ist vom Präfekten Kardinal Robert Sarah unterzeichnet ist.
    Zugleich mit dem Dekret veröffentlichte der Vatikan einen Brief von Papst Franziskus an Kardinal Sarah, in dem das Kirchenoberhaupt erläutert, was ihn zu der Änderung bewog. Seine Absicht sei, die Anwendungsweisen des Ritus zu verbessern, „damit sie voll die Bedeutung der Geste ausdrücken, die Jesus beim Letzten Abendmahl setzte, seine Selbsthingabe ,bis zum Tod´ zum Heil der Welt, seine grenzenlose Liebe.“ Nach sorgfältiger Abwägung sei er zu dem Entschluss gelangt, die Rubriken des römischen Messbuchs dahingehend zu ändern. „Ich ordne also an, dass die Rubrik modifiziert wird, wonach die zur Fußwaschung ausgewählten Personen Männer oder Jungen sein müssen, sodass von nun an die Hirten der Kirche die Teilnehmenden an dem Ritus unter allen Mitgliedern des Gottesvolkes auswählen können.“ (Meldung bei Radio Vatikan, 21.1.2016)
  • 2014 – Johannes XXIII. und Johannes Paul II. wurden in den Römischen Generalkalender aufgenommen
    Aufgrund zahlreicher Anfragen aus der ganzen Welt wurden die Gedenktage der heiligen Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II. in den Römischen Generalkalender aufgenommen.
    Das berichtete L’Oservatore Romano und veröffentlichte am 11.9.2014 (Druckausgabe vom 12.9.2014) ein Dekret der Gottesdienstkongregation vom 29. Mai 2014. Darin wird festgelegt, dass der Gedenktag des heiligen Johannes XXIII. der 11. Oktober ist, der Tag der Eröffnung des Konzils im Jahr 1962. Der Gedenktag des heiligen Johannes Paul II. ist der 22. Oktober, der Tag seiner Inauguration im Jahr 1978. Beide Gedenktage sind sogenannte nichtgebotene Gedenktage. Schon bei ihrer Herbstvollversammlung 2011 hatten die deutschen Bischöfe beschlossen, die liturgische Verehrung der beiden Päpste zu fördern und sie deshalb in den Regionalkalender des deutschen Sprachgebietes aufzunehmen. Diesem Anliegen wird jetzt mit der Aufnahme in den Generalkalender entsprochen.
    Das Deutsche Liturgische Institut wird rechtzeitig die vorliegenden liturgischen Texte in geeigneter Weise zugänglich machen. Die liturgischen Texte für Johannes Paul II. wurden nach dessen Seligsprechung bereits in deutscher Sprache von Rom veröffentlicht. Die Texte zum Gedenktag Johannes XXIII. sind in der aktuellen Ausgabe des L’Osservatore Romano in lateinischer Sprache publiziert, liegen aber noch nicht in einer von Rom rekognoszierten deutschsprachigen Fassung vor. (Eine private Übersetzung des Tagesgebetes ist in der Handreichung zum Ergänzungsheft zum Messbuch 2010 publiziert: zum SHOP)
  • 2013 – Einfügung des Heiligen Joseph in die Hochgebete II-IV
    Der Name des Heiligen Joseph soll in die eucharistischen Hochgebete II-IV des Messbuchs eingefügt werden. Diese von Papst Benedikt XVI. getroffene und von Papst Franziskus bestätigte Entscheidung wurde in einem Dekret der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung mit Datum vom 1. Mai 2013 bekannt gemacht. Dem Dokument zufolge soll der Heilige Joseph nach dem Namen Mariens in die Hochgebete eingefügt werden.
    Im Hochgebet II lautet die Formulierung damit laut dem Dekret: …ut cum beata Dei Genetrice Virgine Maria, beato Ioseph, eius Sponso, beatis Apostolis…;
    im Hochgebet III: …cum beatissima Virgine, Dei Genetrice, Maria, cum beato Ioseph, eius Sponso, cum beatis Apostolis…;
    und im Hochgebet IV: …cum beata Virgine, Dei Genetrice, Maria, cum beato Ioseph, eius Sponso, cum Apostolis… Die lateinischen Formulierungen erklärt das Dekret ab sofort für authentisch.
    Die Kongretation hat außerdem selbst Übersetzungen der betreffenden Passagen in den wichtigsten westlichen Sprachen veröffentlicht.
    Auf Deutsch soll es demnach im Hochgebet II heißen: …mit der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria, dem seligen Joseph, ihrem Bräutigam, mit deinen Aposteln…;
    im Hochgebet III: mit der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria, mit dem seligen Joseph, ihrem Bräutigam, mit deinen heiligen Aposteln…;
    und im Hochgebet IV: „mit der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria, mit dem seligen Joseph, ihrem Bräutigam, mit deinen Aposteln…“.
  • 2012/2013 – Jahr des Glaubens
    Ein besonderes Messformular „Pro nova evangelizatione“ zum „Jahr des Glaubens“ wurde von der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung in lateinischer und italienischer Sprache approbiert (17. Juni 2012).
    Mitte Oktober 2012 wurde auch eine deutsche Übersetzung (ohne Approbationsschreiben) veröffentlicht.
    Liturgische Texte auf annusfidei.va
    Handreichung zum Messbuch (16 Seiten) im SHOP
  • 2011 – Liturgische Verehrung des Seligen Johannes Paul II.
    Mit Dekret vom 2. April 2011 hat die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung die liturgische Verehrung des Seligen Johannes Paul II. geregelt. Danach kann bis zum 1. Mai 2012 eine heilige Messe zur Danksagung an Orten und Tagen von besonderer Bedeutung gefeiert werden. Den Bischöfen kommt es zu, für den Bereich ihrer Diözesen einen Tag oder mehrere Tage sowie einen Ort oder mehrere Orte zu bestimmen. Gleiches wie für die Bischöfe gilt für die Ordensoberen für ihren Bereich. In den Kalendern der Diözese Rom und der Diözesen Polens ist der jährliche Gedenktag am 22. Oktober, dem Jahrestag seiner Amtseinführung (1978), verzeichnet. Bei der heiligen Messe sind das Commune-Texte „Hirten der Kirche: Für Päpste und Bischöfe“ (MB S. 915-917) und das eigene Tagesgebet zu verwenden. Liturgische Texte auf vatican.va
  • 2010 – Gedenktag des Seligen John Henry Newman
    Der Gedenktag des Seligen John Henry Newman wurde auf den 9. Oktober, den Tag seiner Aufnahme in die römisch-katholische Kirche, festgelegt. In den Kongregationen des heiligen Philipp Neri (außerhalb von Großbritannien) wird der 9. Oktober als gebotener Gedenktag (Memoria) des seligen Johannes Heinrich Newman begangen. Liturgische Texte (pdf)
  • 2010 – Besondere Karfreitagsfürbitte für Missbrauchsopfer
    Die Liturgie des Karfreitags sieht vor, dass „in einer schweren öffentlichen Notlage … der Ortsordinarius eine besondere Bitte zusätzlich gestatten oder anordnen“ kann. (Messbuch, S. [42])
  • 2009 – Fest der Bekehrung des Apostels Paulus am 25. Januar
    Obwohl eigentlich 3. Sonntag im Jahreskreis kann laut Dekret der Gottesdienstkongregation von 25. Januar 2008 wegen des Paulusjahres eine Messe nach dem Festformular gefeiert werden. Die zweite Lesung wird vom 3. Sonntag im Jahreskreis genommen. Ebenso ist das Glaubensbekenntnis zu sprechen.
  • 2008 – Hochfest des Hl. Josefs verlegt
    Im Jahr 2008 fällt das Hochfest des Hl. Josef (19. März) in die Karwoche, das Hochfest der Verkündigung des Herrn (25. März) in die Osterwoche.
    Wegen dieser Okkurenz ergibt sich: Im Jahr 2008 wird das Hochfest des Hl. Josef am 15. März, das Hochfest der Verkündigung des Herrn am 31. März gefeiert.
  • 2005 – Gedenktag des sel. Kardinal von Galen
    Für die Diözese Münster wurde der lateinische und deutsche Text des Tagesgebetes und der deutsche Text der Zweiten Lesung der Tagzeitenliturgie für den Gedenktag des Sel. Clemens August von Galen approbiert (05-10-2005). [Notitiae 473-474, 24; 27]
    In den Bistümern Berlin (25-11-2005) und Essen (19-12-2005) kann der Gedenktag des Sel. Clemens August von Galen am 22. März gefeiert werden. [Notitiae 473-474, 29]
  • 2005 – Gedenktag des hl. Bonifatius aufgewertet
    Für die deutschen Diözesen wurde der Gedenktag des Hl. Bonifatius zum Fest erhoben (09-09-2005). [Notitiae 473-474, 29]
DEUTSCHES LITURGISCHES INSTITUT
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