Aufgabe von Kirchengebäuden

Laut einer Umfra­ge des Inter­net­por­tals katholisch.de sind seit der Jahr­tau­send­wen­de in Deutsch­land mehr als 500 katho­li­sche Kir­chen­ge­bäu­de als Got­tes­dienstor­te auf­ge­ge­ben wor­den. Rund 140 davon sei­en abge­ris­sen, die ande­ren sei­en ver­kauft oder ander­wei­tig genutzt wor­den. An der Umfra­ge betei­lig­ten sich 25 der 27 (Erz-)Bistümer.

Der Bon­ner Lit­ur­gie­wis­sen­schaft­ler Albert Ger­hards kri­ti­sier­te, vie­le Got­tes­häu­ser wür­den vor­ei­lig auf­ge­ge­ben: „Wenn sich kein Umden­ken ein­stellt, ist für die kom­men­den Jah­re ein star­ker Anstieg von Abris­sen abseh­bar.“ Eine Umfra­ge des Deut­schen Lit­ur­gi­schen Insti­tuts aus dem Jahr 2005 hat­te damals erge­ben, dass die Diö­ze­sen für die kom­men­den 10 Jah­re – also bis 2015 – davon aus­gin­gen, dass etwa 700 Kir­chen­ge­bäu­de nicht mehr benö­tigt und auf­ge­ge­ben wer­den.

Oft wür­de bei der Ent­schei­dungs­fin­dung ein­sei­tig argu­men­tiert, so Ger­hards. „Einer der größ­ten Denk­feh­ler ist, dass man die Kir­chen­zahl auf die Priester­zahl umrech­net.“ Ein Pries­ter kann nach dem Kir­chen­recht eine Sams­tags-Vor­abend­mes­se und zwei Sonn­tags­mes­sen fei­ern. „Das bedeu­tet nach die­ser Denk­wei­se: pro Pries­ter drei Kir­chen, und der Rest kann weg.“

Zum Arti­kel bei katholisch.de: Kir­chen­ab­ris­se: „Wir ste­hen erst am Anfang“

 

Stra­ße der Moder­ne. Kir­chen in Deutsch­land

Der Lit­ur­gie­wis­sen­schaft­ler Albert Ger­hards stellt in dem Bei­trag fest: „Heu­te ist es so, dass man es sich mit der Auf­ga­be und dem Abriss von Nach­kriegs­bau­ten oft zu leicht macht.“ Das Pro­jekt „Stra­ße der Moder­ne. Kir­chen in Deutsch­land“ setzt sich ein für die Kir­chen­bau­ten des 20. Jahr­hun­derts, stellt High­lights der Kirch­bau­mo­der­ne vor und begreift sich als ein Ver­mitt­lungs­an­ge­bot zum Ver­ständ­nis moder­ner Archi­tek­tur und Lit­ur­gie. Prof. Dr. Albert Ger­hards ist Mit­glied des Kura­to­ri­ums der „Stra­ße der Moder­ne“.

 

invi­si­bi­lis – der Kir­chen­wie­der­fin­der

Wenn eine Kir­che aus dem lit­ur­gi­schen Gebrauch genom­men, in ande­re Nut­zung gege­ben oder gar abge­ris­sen wird, dann gehen oft auch ihr Name und ihre Geschich­te „ver­lo­ren“. Daher will das mR-Pro­jekt „invi­si­bi­lis“ die­se ver­bor­ge­ne Kir­chen­land­schaft Stück für Stück vir­tu­ell sicht­bar machen und zu ihrer Ent­de­ckung ein­la­den.

 

 

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