174Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 4/2019

Inhalt
  • Leit­ar­ti­kel: Wür­dig und attrak­tiv. Eine lit­ur­gie­theo­lo­gi­sche Wür­di­gung des „Neu­en Geist­li­chen Lie­des“
  • Tod … und Auf­er­ste­hung. Ein Toten­ge­bet mit öster­li­chem Cha­rak­ter
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für den 2. bis 4. Sonn­tag der Fas­ten­zeit (C)
  • Der Ort für das Wort Got­tes. Zur Funk­ti­on und Bedeu­tung des Ambos – Teil 1

 

Editorial 4/2019

 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

in den kom­men­den zwei Mona­ten wer­den sich unzäh­li­ge für die Got­tes­dienst­ge­stal­tung Ver­ant­wort­li­che größ­te Mühe geben, die zen­tra­len Fei­ern der Hei­li­gen Woche so vor­zu­be­rei­ten, dass die Teil­neh­men­den davon wirk­lich ergrif­fen wer­den. Man kann die­sen Män­nern und Frau­en, die haupt-, neben- oder ehren­amt­lich in ihren Gemein­den tätig sind und dafür viel Zeit inves­tie­ren, nicht genug dan­ken, dass sie damit der schier über­mäch­ti­gen Frei­zeit­in­dus­trie, die beson­ders an Fei­er­ta­gen und in Urlaubs­zei­ten mit Erleb­nis­an­ge­bo­ten lockt, etwas Alter­na­ti­ves, näm­lich geist­li­che Erfah­rungs­räu­me, ent­ge­gen­hält.
Ein zen­tra­ler Gedan­ke bei all die­sen Bemü­hun­gen ist das „Für-mich“: Grup­pen­spe­zi­fi­sche Got­tes­dienst­for­men oder die „Ver­le­ben­di­gung“ klas­si­scher lit­ur­gi­scher For­ma­te durch Tex­te, Lie­der und Sym­bo­le (Stei­ne, Dor­nen, Holz­kreu­ze, Fäden, Blu­men usw.) tra­gen dazu bei, dass Men­schen sich mit ihren per­sön­li­chen Emp­fin­dun­gen und Anlie­gen in der Lit­ur­gie wie­der­fin­den kön­nen.
Aber Ach­tung! Die Kunst besteht dar­in, nicht auch hier die Mecha­nis­men der Erleb­nis­ge­sell­schaft zu kopie­ren: Got­tes­dienst zu fei­ern bedeu­tet mehr, als den Men­schen schö­ne Wohl­fühl­mo­men­te zu besche­ren – mögen sie auch noch so ergrei­fend sein. Wenn Tex­te, Lie­der und Sym­bo­le zu sehr von dem, der da am Kreuz hängt und des­sen Auf­er­ste­hung wir fei­ern, ablen­ken, läuft etwas schief. In die­sem Fall greift die Regel: „Weni­ger ist mehr.“

Ihr
Unterschrift Uder

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