166Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 6-7/2018

Inhalt

  • Leit­ar­ti­kel: 50 Tage wie ein ein­zi­ger Fest­tag. Die Fei­er der Oster­zeit
  • Ein Leib mit vie­len Glie­dern, die für­ein­an­der ein­ste­hen. Zu Mess­in­ten­tio­nen und Mess­sti­pen­di­en
  • Was Ostern geschah. Anre­gung für einen Kin­der­got­tes­dienst an Ostern
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für den 2. Sonn­tag der Oster­zeit / Wei­ßen Sonn­tag (B) bis zum Hoch­fest Chris­ti Him­mel­fahrt (B)
  • Ein­füh­run­gen in die Schrift­le­sun­gen: Oster­sonn­tag bis 5. Sonn­tag der Oster­zeit (B)
  • Auf­stand in der Kir­che. Das Ste­hen in der Lit­ur­gie
  • Nicht aus dem Taber­na­kel. Neue Rege­lun­gen im Erz­bis­tum Pader­born für Wort-Got­tes-Fei­ern mit Kom­mu­ni­on­spen­dung

 

Editorial 6-7/2018

 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

nach­dem sich Kar­di­nal Robert Sarah, der Prä­fekt der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung, in der Ver­gan­gen­heit wie­der­holt für die Zele­bra­ti­on „ad ori­en­tem“ und die Ver­wen­dung der latei­ni­schen Spra­che in der Lit­ur­gie aus­ge­spro­chen hat, war nun kürz­lich fol­gen­de Äuße­rung von ihm zu ver­neh­men: Die Gläu­bi­gen soll­ten zur Pra­xis der Mund­kom­mu­ni­on zurück­keh­ren, denn der Emp­fang der Eucha­ris­tie auf die Hand sei ein Aus­druck man­geln­der Ehr­er­bie­tung gegen­über Gott. Kin­dern sei die Mund­kom­mu­ni­on im Rah­men der Erst­kom­mu­ni­on­vor­be­rei­tung nahe­zu­brin­gen: „Wenn ein Kind die Eucha­ris­tie emp­fängt wie es Süßig­kei­ten von sei­ner Mut­ter emp­fängt, wel­chen Sinn für das Hei­li­ge kann es dann haben?“
Es ist erstaun­lich, wie der Prä­fekt der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on der­art ein­sei­tig argu­men­tie­ren kann, obwohl es doch schon seit Jahr­zehn­ten his­to­ri­sche, theo­lo­gi­sche und pas­to­ra­le Argu­men­te für und gegen jede der bei­den Arten des Kom­mu­nion­emp­fangs gibt. Mitt­ler­wei­le dürf­te jedem klar sein: Weder kann die Hand­kom­mu­ni­on als Zei­chen man­geln­der Fröm­mig­keit inter­pre­tiert wer­den noch ist der Kom­mu­nion­emp­fang in den Mund auto­ma­tisch ein Beweis für beson­de­re Got­tes­furcht.
Es ist eine gro­ße Errun­gen­schaft der Lit­ur­gie­re­form, die Wahl­frei­heit zwi­schen bei­den For­men eröff­net zu haben. Gegen­sei­ti­ge Rück­sicht­nah­me und Tole­ranz statt Pola­ri­sie­rung – das wäre eine zukunfts­ori­en­tier­te Hal­tung!

Ihr
Unterschrift Uder

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