490Zeitschrift Gottesdienst
Ausgabe 6–7/2021

Inhalt

 

  • Leit­ar­ti­kel: Will­kom­men im Leben, klei­ner Segen! Segens­fei­ern für Fami­li­en mit Babys und Segens­fei­ern für wer­den­de Eltern
  • Bräu­ti­gam, Nähr­va­ter, Arbei­ter. Der hei­li­ge Josef in Lit­ur­gie und Fröm­mig­keit
  • Bleib bei uns. Impuls für eine Eucha­ris­ti­sche Anbe­tung in der Oster­zeit
  • Tol­le et lege! – Nimm und LIES! Die Gestal­tung des Ant­wort­psalms ohne Kan­to­ren­ge­sang
  • Für­bit­ten­vor­schlä­ge für den 4. Sonn­tag der Oster­zeit (B) bis Pfings­ten – Am Tag (B)
  • Ein­füh­run­gen zu den Schrift­le­sun­gen: 2. Sonn­tag der Oster­zeit (B) bis Chris­ti Him­mel­fahrt (B)
  • Got­tes-Schwung. Ein künst­le­ri­sches Kir­chen­raum­pro­jekt in St. Dio­ny­si­us, Rhei­ne
  • Eine Fra­ge der Per­spek­ti­ve. Wenn man Got­tes­dienst nur via Medi­en mit­fei­ern kann
  • Ora­tio super popu­lum. Mit Got­tes Segen auf dem Weg zum Oster­fest

 

Editorial 6–7/2021
 

Lie­be Lese­rin­nen und Leser,

seit mehr als einem Jahr hat die Coro­na-Pan­de­mie auch die Lit­ur­gie fest im Griff. Nicht nur die Gestalt der Fei­er, auch die Legi­ti­ma­ti­on von Got­tes­diens­ten in die­ser Situa­ti­on wird bis heu­te dis­ku­tiert. Als Argu­ment für deren Fei­er wird oft ange­führt, dass die Got­tes­diens­te für vie­le Men­schen exis­ten­ti­el­le Bedeu­tung haben. Gleich­zei­tig wird die Absa­ge von Got­tes­diens­ten als Aus­druck der Nächs­ten­lie­be oder der Soli­da­ri­tät ver­stan­den.
Vom ein­zel­nen Men­schen her gedacht, ist ein sol­cher Blick sicher wert­voll; er betont die spi­ri­tu­el­le und dia­ko­ni­sche Funk­ti­on des Got­tes­diens­tes. Weil dia­ko­ni­sches Han­deln der Kir­che heu­te die größ­te Akzep­tanz in der Gesell­schaft fin­det, kann die Kir­che ver­sucht sein, auch die Lit­ur­gie vor­ran­gig unter die­sem Aspekt zu legi­ti­mie­ren.
Die kir­chen­stif­ten­de Funk­ti­on des Got­tes­diens­tes tritt dabei leicht in den Hin­ter­grund. Zuin­nerst kon­sti­tu­iert sich Kir­che dort, wo Men­schen sich ver­sam­meln, um Got­tes Wort zu hören, in Lob­preis, Dank und Bit­te vor Gott dar­auf zu ant­wor­ten und so den Auf­trag Jesu zu erfül­len: „Tut dies zu mei­nem Gedächt­nis.“
Wenn die Kir­che – und damit sind alle Getauf­ten gemeint – in die­sem Dienst für die Men­schen, aus dem auch ihr cari­ta­ti­ves und mis­sio­na­ri­sches Han­deln ent­springt, ihren tiefs­ten Sinn erkennt, ist für sie der Got­tes­dienst weit­aus mehr als eines ihrer „Ange­bo­te“, auf das unter beson­de­ren Umstän­den „ver­zich­tet“ wer­den kann.

Ihr
Mari­us Lin­nen­born

DEUTSCHES LITURGISCHES INSTITUT
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