5Allgemeine Hinweise

Hin­wei­se zur Schrift­ver­kün­di­gung

Die Ver­kün­di­gung der Fro­hen Bot­schaft aus der Bibel ist Kern­ele­ment und Höhe­punkt jeder Art von got­tes­dienst­li­cher Fei­er, auch in Kin­der- und Fami­li­en­got­tes­diens­ten. Im ver­kün­dig­ten Wort aus der Bibel – ganz gleich ob lan­ge oder kur­ze Text-Abschnit­te – spricht Gott selbst zu sei­nem Volk und ist Jesus Chris­tus selbst gegen­wär­tig, auch für die je aktu­ell Zuhö­ren­den. Das ver­kün­de­te Wort Got­tes ist Got­tes Wort in Men­schen­wort. Leiter/innen und Lektor/innen in Kin­der- und Fami­li­en­got­tes­diens­ten ste­hen vor der Auf­ga­be, die­se beson­de­re Bedeu­tung der Ver­kün­di­gung von Lesun­gen und Evan­ge­li­en als Ver­ge­gen­wär­ti­gung Got­tes und Jesu Chris­ti im lit­ur­gi­schen Voll­zug zum Aus­druck zu brin­gen und für alle Hören­den und Sehen­den erfahr­bar zu machen:

  • durch die Sprach­form der gewähl­ten Tex­te (Bibel­aus­ga­be, Lek­tio­nar);
  • durch die Art und Wei­se der Ver­kün­di­gung (Sprech­wei­se, Beto­nung, Per­sön­lich­keit);
  • durch die Gestal­tung des Ver­kün­di­gungs­or­tes (Ambo);
  • durch die Insze­nie­rung der Ver­kün­di­gung (Leuch­ter, Weih­rauch, Akkla­ma­tio­nen, Pro­zes­si­on …).
  • durch die Rah­mung der Ver­kün­di­gung:
    • sie beginnt jeweils mit einer Ein­lei­tung, bei der das jewei­li­ge bibli­sche Buch genannt wird: „Lesung aus dem Buch des Pro­phe­ten Jesa­ja“ oder „Lesung aus dem Brief des Apos­tels Pau­lus an die Gemein­de in Rom“ oder „Aus dem Evan­ge­li­um nach Mat­thä­us“;
    • sie endet jeweils mit einer „Aus­lei­tung“, die die gespro­che­nen bzw. gele­se­nen Wor­te (Mehr­zahl) nun ins­ge­samt theo­lo­gisch deu­tet als: „Wort des leben­di­gen Got­tes“ oder „Evan­ge­li­um unse­res Herrn Jesus Chris­tus“ (jeweils Ein­zahl).
      Die­se kom­mu­ni­ka­ti­ve Klam­mer um die Schrift­ver­kün­di­gung macht deut­lich, dass zwar immer mensch­li­che Wor­te zu Gehör gebracht wer­den, dass aber immer Got­tes Wort hin­durch­scheint. Des­halb soll­ten die­se Ein- und Aus­lei­tung auch in Kin­der­got­tes­diens­tes kei­nes­falls feh­len!
  • Eine wich­ti­ge Rol­le spielt auch das Buch, aus dem ver­kün­det wird; ist es doch Sym­bol der Gegen­wart Got­tes bzw. Jesu Chris­ti in sei­nem Wort. In der Lit­ur­gie wird es prä­sen­tiert (hoch erho­ben) und ver­ehrt (durch Weih­rauch und Leuch­ter, durch Ver­nei­gen und Küs­sen) – durch­aus auch in Kin­der­got­tes­diens­ten. Abge­grif­fe­ne Bibeln oder lose Zet­tel wer­den die­sem Anspruch nicht gerecht.

Hin­wei­se zum Lit­ur­gi­schen Kalen­der

Hoch­fes­te oder Her­ren­fes­te sind für die Kir­che beson­ders wich­ti­ge Tage. Wenn sie daher auf einen Sonn­tag fal­len, ver­drän­gen sie des­sen Got­tes­dienst­for­mu­lar. Von die­ser Rege­lung aus­ge­nom­men sind die Sonn­ta­ge des Advents, der öster­li­chen Buß­zeit (Fas­ten­zeit) und der Oster­zeit, weil sie gegen­über Hoch­fes­ten und Her­ren­fes­ten noch wich­ti­ger sind. Ent­spre­chend wer­den die Hoch­fes­te des Hl. Josef am 19. März, Ver­kün­di­gung des Herrn am 25. März und Erwäh­lung (Emp­fäng­nis) Mari­as am 8. Dezem­ber – weil sie immer in der Fas­ten­zeit bzw. im Advent lie­gen – nie an einem Sonn­tag gefei­ert, son­dern immer dann, wenn sie auf einen Sonn­tag fal­len, auf den nächst­mög­li­chen (Werk-) Tag ver­legt.

Eini­ge Hoch­fes­te und Her­ren­fes­te wer­den immer an einem Sonn­tag gefei­ert, etwa das Fest der Tau­fe des Herrn am Sonn­tag nach dem 6. Janu­ar und das Hoch­fest Christ­kö­nig am letz­ten Sonn­tag im Jah­res­kreis.

Fol­gen­de Hoch­fes­te und Her­ren­fes­te kön­nen im Jah­res­kreis das lit­ur­gi­sche For­mu­lar des Sonn­tags ver­drän­gen und ste­hen des­halb in die­sem Ver­zeich­nis, auch wenn sie im aktu­el­len Jahr nicht an einem Sonn­tag gefei­ert wer­den:

2. Febru­ar:    Fest Dar­stel­lung des Herrn
24. Juni:    Hoch­fest der Geburt Johan­nes des Täu­fers
29. Juni:    Hoch­fest der Apos­tel Petrus und Pau­lus
6. August:    Fest Ver­klä­rung des Herrn
15. August:    Hoch­fest Mariä Auf­nah­me in den Him­mel
14. Sep­tem­ber:    Fest Kreuz­er­hö­hung
1. Novem­ber:    Hoch­fest Aller­hei­li­gen
2. Novem­ber:    Aller­see­len (im Rang den Hoch­fes­ten gleich­ge­stellt)
9. Novem­ber:    Fest Wei­he­tag der Late­ran­ba­si­li­ka

Wenn Her­ren­fes­te oder Hei­li­gen­fes­te auf einen Werk­tag fal­len, wird vor dem Evan­ge­li­um nur eine Lesung ver­kün­det, an einem Sonn­tag jedoch zwei. Bei Hoch­fes­ten wer­den immer, auch an Werk­ta­gen, zwei Lesun­gen vor dem Evan­ge­li­um ver­kün­det.

Nicht berück­sich­tigt sind in die­sen Ver­zeich­nis­sen Fes­te und Gedenk­ta­ge der Hei­li­gen, wie z.B. der Apos­tel, Mari­as und ande­rer hei­li­ger Män­ner und Frau­en.

Da es in jedem Bis­tum und auch in jeder Pfarr­ge­mein­de noch wei­te­re beson­ders wich­ti­ge Tagen gibt, kann es sein, dass vor Ort ein Hei­li­gen­ge­denk­tag als Fest oder Hoch­fest began­gen wird und dann auch das Got­tes­dienst­for­mu­lar eines Sonn­ta­ges (außer­halb der gepräg­ten Zei­ten) ver­drängt.

DEUTSCHES LITURGISCHES INSTITUT
Weberbach 72 a, D-54290 Trier, Telefon: +49-651-94808-0
Fax: +49-651-94808-33, eMail: dli@liturgie.de