1Mit Kindern beten

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Das gemein­sa­me Beten in der Fami­lie, im Kin­der­gar­ten oder in der Schu­le ist geleb­te Bezie­hung unter­ein­an­der und zu Gott. Es kann hel­fen, das eige­ne Erle­ben aus einem ande­ren Blick­win­kel zu betrach­ten und bestimm­te Grund­hal­tun­gen für das Leben zu ent­wi­ckeln:

  • Kin­der bekom­men eine Vor­stel­lung davon, dass Gott Inter­es­se an ihnen und an der Welt hat, dass er das Gute für die Men­schen und für die Welt will. So kön­nen sie eine Grund­hal­tung der Dank­bar­keit für ihr Leben und auch eine eige­ne posi­ti­ve Ein­stel­lung gegen­über ihrer Umwelt und ihren Mit­men­schen ent­wi­ckeln. Das ist die Grund­la­ge für spä­te­res Enga­ge­ment.
  • Durch Beten, das ande­re Men­schen mit in den Blick nimmt, ler­nen Kin­der eine respekt­vol­le Hal­tung ande­ren gegen­über; sie ler­nen, mit ande­ren mit­zu­füh­len.
  • Im gemein­sa­men Beten bekom­men Kin­der mit, dass auch ihre Eltern, Erzieher/innen und Lehrer/innen wie sie selbst Kin­der Got­tes sind. Auch Eltern, Lehrer/innen und Erzieher/innen sind nicht per­fekt und machen Feh­ler. Das gemein­sa­me Gebet bie­tet die Mög­lich­keit, über eige­nes Fehl­ver­hal­ten nach­zu­den­ken, es vor Gott und vor­ein­an­der ein­zu­ge­ste­hen und um Ver­zei­hung zu bit­ten.

Es ist sehr sinn­voll, dass Kin­der beim Beten nicht nur „lie­ber Gott“ hören bzw. sagen, son­dern auch: „guter“, „barm­her­zi­ger“, „gerech­ter“, „güti­ger“, „gro­ßer“ oder „all­mäch­ti­ger Gott“;  oder auch „Gott des Frie­dens“, „Gott, du bist die Lie­be“, „Gott, du hast die Welt erschaf­fen“, „Gott, du bist immer für uns da“; oder auch „Gott, wir kön­nen dich heu­te nicht ver­ste­hen“ … So bekom­men Kin­der ein Reper­toire an Wor­ten mit, das sie ihr Leben lang beglei­tet und auf das sie spä­ter in ver­schie­de­nen Situa­tio­nen zurück­grei­fen kön­nen. Ein so grund­ge­leg­tes, wei­tes und viel­fäl­ti­ges Got­tes­bild hat gro­ße Chan­cen, die klei­nen und grö­ße­ren Kri­sen des Her­an­wach­sens zu über­dau­ern.

Beim Beten mit Kin­dern kommt es nicht nur dar­auf an, was wir sagen und mit wel­chen Wor­ten wir spre­chen, son­dern auch dar­auf, wie wir beten, mit wel­cher inne­ren Ein­stel­lung, auch mit wel­cher Kör­per­hal­tung, mit wel­chen Ges­ten.

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